3. Kapitel zu: 'Schleuderspuren im Levadatunnel'

3.1 Klippen und LevadasDer Dienstag verspricht ein guter Tag zu werden. Das Spital erwartet mich zur Ergänzung und Bestätigung einiger Angaben und so werde ich gegen Mittag dort sein.Sylvestro konnte einige Tage frei machen und, wenn alles klappt mit Dan können wir unsere Ferien doch noch starten.Wäre nach diesen Strapazen ja endlich auch verdient.Mit einem süßen Gruß von Madeira, einem einheimischen Leckerbissen: Eine Torte, ähnlich unserer Bündnertorte, machen wir uns auf den Weg zum Spital und finden dort schon Dan auf uns wartend in der Cafeteria vor.Sie kann sich kaum zurückhalten und stürmt geradezu auf uns zu!„Bienchen,--- endlich wieder raus!“ „Lasst uns die Schönheiten des Lebens genießen.- Wir sind doch nicht hergekommen um im Spital zu liegen!“ „Ich brenne auf Blumen,- Wiesen, Berge,- Natur und feinem Essen!!!“„Und: Einem guten Glas Madeira!!!“ Komm,- lass dich umarmen. Wir haben dich schon sehr vermisst,- du warst uns weit entschwunden!„Dein Dasein muss genügend gefeiert werden, wir haben für den Abend ein Begrüßungsfestchen arrangiert“, sagt Cecilia und nimmt Dan auch in die Arme.Während Sylvestro und Cecilia mit Dan die folgenden Tage besprechen, begebe ich mich zur Verwaltung und erledige die noch anstehenden Formalitäten, da sind noch die Frage der Versicherungen, alle genaueren Angaben über die Personalien und die Kostendeckungen der Dienste.Endlich können wir die Sachen von Dan zusammenpacken und das Spital verlassen.Was für ein Gefühl!!!Wieder frei sein,- wieder gesund,- nur nicht mehr an all das Negative denken!!!Einfach nur noch vorwärts schauen. Und das mit Hilfe unserer Bekannten.Dan hat sich, so lässt sich feststellen recht gut erholt. Obwohl wir sie natürlich noch verschonen mit Fragen wird es sich in den nächsten Tagen erweisen müssen, wie weit ihre Erinnerungen sich noch verbessern werden.Vorerst fahren wir in ein schönes auf einer Hochebene gelegenes Restaurant, welches einen wunderbaren Ausblick auf eine Wiesen- und Berglandschaft mit vielen farbenprächtigen Blumen und die Felsformationen der höchsten Punkte auf der Insel freigibt.„Wauw,- endlich beginnt unser Urlaub Biene,- ich freue mich riesig. So eine wunderschöne Landschaft. Ich fühle mich wie neu geboren.Geht es euch nicht auch so?“Fast im Chor tönt es Ja! Und wir sind bestrebt,- uns nicht gegenseitig anzusehen.Das könnte zur Folge haben, dass Dan aufmerksam würde und uns Fragen stellen könnte.Schon um sie zu beruhigen und dann natürlich auch, weil diese Eindrücke gar nichts anderes zulassen stimmen wir ihr zu. Sogar die Einheimischen müssen allerdings zugeben, dass sie durch diese Anblicke immer wieder neue Kräfte schöpfen könnten.Das Restaurant liegt überhöht zur umgebenden Landschaft wie auf einem Podium. Dieser Standort wurde beim Bau sicher auch gezielt so gewählt, um die Wirkung optimal auszunützen. Schöne Umgebung und ein freundliches Ambiente animieren die Gäste auch zum Konsumieren.„Nun,- was habt ihr euch vorgenommen, als ich gelegen habe. Ich verlasse mich auf eure planerischen Qualitäten und bin gespannt, endlich etwas von dieser himmlischen Insel mit zu bekommen.“„Wann können wir loslegen? – Wie mir Cecilia ‚geflüstert‘ hat, würdest du Sylvestro versuchen einige Tage frei zu bekommen um uns deine Heimat näher zu bringen!“„Das habe ich auch erreicht, ich bin für den Rest dieser Woche frei und wir haben auch tatsächlich einiges Sehenswertes in eine Einführungsroute gepackt um Schwerpunkte für folgende Tage setzen zu können. Für solche darfst du dann deine Wünsche äußern. Wir freuen uns, dich wieder auf schöne Gedanken zu bringen!“Bei einem kleinen Imbiss stellen wir dann unseren Plan vor und wie es scheint ist Dan höchst begeistert, diese Rundreise genießen zu dürfen.„Wunderbar, wie ihr das vorbereitet habt, tut mir aber trotzdem leid…………….“Alle horchen erschrocken auf!!!„dass ich euch so viel Arbeit und Sorgen gemacht habe. Und deshalb lade ich euch heute Abend zu einem Candle-Light- Dinner ein!“Wir atmen auf, denn ihr ‚aber‘ hat uns schwer erschreckt, denn wir glaubten schon eine Absage, infolge Befinden oder medizinischen Bedenken, entgegennehmen zu müssen!!!„So eine Überraschung!!!“ Tönt es da und alle sind bass erstaunt über die spontane Einladung, so dass wir nicht umhin können sie zu fragen, ob sie denn schon dermaßen voller Energie sei, einer solchen Anstrengung gewachsen zu sein!Kaum auf den Beinen und schon wieder voller Tatendrang!?„Glaubt ihr denn,- Intuition und Tatendrang seien ------vom Wasser …….…. weggespült --- worden ----------,?“ (stutzt, gibt sich aber gefasst) und fährt weiter „ich brauche manchmal nur noch dem Gehirn einen kleinen Schups zu geben.“Diese Kurzerinnerung muss sie jedoch schon ein wenig aus dem Gleichgewicht gebracht haben, denn: sie schaut im Nachhinein noch etwas Nachdenklich drein.Das Herz ist uns fast ins Stolpern geraten, als sie das Wasser ansprach, dann aber als sie sich fasste und eine normale Begründung für ihren kurzzeiteigen Aussetzer nachschob, war es als ob sich eine schwarze Wolke auflöste.Eine solche Reaktion lässt auf eine starke Gehirnleistung schließen und gibt uns beste Hoffnung, dass kein Schaden mehr hängen bliebe.„Dan,- du bist ein Schatz,- es freut uns riesig, dass du uns einen so schönen Abend schenkst“ sage ich und Cecilia meint:„Wir sind überglücklich mit dir diesen Abend feiern zu dürfen!“Sylvestro hebt das Glas mit einem leichten Aperowein (er holte diesen unbemerkt von der Theke nachdem Dan ihre Zwischenbemerkung gemacht hatte) und stößt auf die Gesundheit aller Anwesenden und den Rettungsleuten an.Wir bekräftigen diesen Tost.Der Beschluss die folgenden Tage wie geplant anzugehen und einige Minuten zu Fuß in der näheren Umgebung des Ausflugszieles lässt uns zum Haus unserer Gastgeber zurückfahren um uns vor dem Abend noch ein wenig zu erfrischen und entspannen.Als ich mit Dan alleine bin frage ich nach ihrem Befinden und sie sagt mir:„Ich bin mir nicht ganz sicher, aber ich habe so ein Gefühl, als ob ich aus einer sehr kritischen Situation heraus gekommen wäre! Ich komme aber nicht dahinter, ob da vielleicht auch wieder nur ein Traum steckte.“„Kannst du mir helfen, bitte?“Das ist nun eine schwierige Situation und ich entscheide mich, ihr noch nicht die reine Wahrheit zu sagen, da ich nicht wissen kann was das für Auswirkungen haben könnte.Also sage ich:„Dan,- du hast sehr wohl eine kritische Situation hinter die, indem du durch diesen Aufprall eine schwere Hirnerschütterung zugezogen hast.Wie es scheint, hattest du dort am Ufer eine Trainingseinheit deiner besonderen Art, mit Spurt, Schnelligkeit und Schwimmen absolviert und musstest dabei so unglücklich gestürzt sein, dass du schwer angeschlagen liegen geblieben bist.Glücklicherweise wurdest du relativ schnell gefunden und so rasch wie möglich ins Spital eingeliefert. Du weißt, wie wichtig ein schnelles Handeln in solchen Fällen ist. Aber du hast dich schon recht schnell und gut erholt. Die restlichen Besserungen, bis du keine Muskelverspannungen (vor allem im Hals/Nackenbereich) mehr hast, werden noch ein wenig Zeit brauchen“„Aber lass uns nun deinen Abend genießen, Dan.“„Danke Biene,- ich bin froh um dich!“Der Abend rückt näher und Dan verrät mir, dass sie Im Restaurant Dom Pepe in Funchal einen Tisch reservieren ließ. Diese Adresse habe man ihr sehr empfohlen, da dort exzellente Speisen mit gehobenem Service angeboten würden.„Ihr habt das verdient, nachdem ihr so viel für mich getan habt.- Einiges habe ich schon erfahren dürfen vom Personal. Insbesondere, dass eine enorme Aktion für mich abgelaufen sei.- Da musst du mir dann schon noch einiges mehr verraten.“„Ist schon gut, Dan. Nun aber,- lass uns zuerst deine Genesung feiern und dabei sollen keine schweren Worte fallen!“„Ich möchte einfach glücklich sein, dass du wieder gesund bei mir bist!!!“„Ja,- du hast recht: Lass uns diesen Abend genießen, als es unser erster wäre!“Sylvestro sitzt am Tisch in der Veranda und ist in die Zeitung vertieft, als wir in das Wohnzimmer treten und lässt ein leises Pfeifen entweichen:„Hallo,- so viele schöne Frauen um mich!,- das könnte ja gefährlich werden für meine Geliebte!“Cecilia, die gleichzeitig den Raum betrifft lacht herzlich und sagt:„Die mag ich dir gönnen,- ich weiß aber, dass du mich am liebsten hast,- mein Schatz“Ist das nicht schön. So eine wahre Glücksoase,- und das erst noch echt,- ohne Vorspiegelung etwelchen Schönfärbereien.Einfach echt,- wo trifft man solches noch an!- Beneidenswert,- und das erst noch in einer Familie mit zwei Töchtern, auch schon im Alter von 12 Jahren, die auch, wie bei uns, ihre Ansprüche haben.Julietta und Jenny, zwei liebliche und schöne Töchter, um welche man sie direkt beneiden könnte. Zwillinge, darum die zwei: JJ, echt herzig!Es wird uns echt warm um’s Herz, wenn man so eine harmonische Familie sieht und erst noch davon überzeugt sein kann, dass es nicht nur gespielt ist, wie bei uns manchmal, sondern echte Verbindung!- Harmonie in Perfektion! Na,- ja: Wir mögen ihnen dies gönnen und dürfen froh sein, dass wir sie kennenlernen durften.Sylvestro schlägt die Zeitung zusammen und sagt, dass der Artikel über den Flugzeugcrash Schlagzeilen geworfen habe und die Einwohner sich echt Sorgen machten, um den Tourismus. Solche Meldungen seien immer schlecht für die Wirtschaft auf der Insel.Die Einladung wird sofort auf die ganze Familie ausgeweitet, nachdem Dan diese herzigen Töchter gesehen hat und eine größere Freundschaft beflügelt auch die Zusammenhänge für die Zukunft.Ein Ferientripp für die Töchter wäre sicher auch in der Zukunft interessant.Der Tipp für dieses Restaurant trifft voll ins Schwarze!Das Restaurant hat einen außergewöhnlichen Zauber, die Adresse Rua da Levadas dos Barreiros scheint genau die richtige Adresse für unseren Festabend zu sein. Feine Küche und vielseitige Karte lassen uns auf einen schönen Abend anstoßen.Es sind auch hier die heimischen Gerichte zu genießen, daneben haben aber auch die europäische Küche und Spezialitäten Platz. Es ist also für jeden etwas zu haben. Eine wunderschöne Stimmung an unserem Tisch und es scheint, als ob es nur unsere Welt gäbe. Wir genießen dies und fühlen uns wie eine Familie!Im Verlaufe des Abends passiert dann das Unvermeidliche leider doch, Julietta verplaudert sich und fragt Dan: hattest du Angst, als du abgetrieben wurdest!Erstmal Ruhe,--- dann: Konsternation!„Abgetrieben?,-- ich war nicht so weit weg, aber ich weiß nicht mehr genau, wie das war. Jedenfalls habe ich ja den richtigen Weg wieder gefunden“.Sylvestro lenkt sofort ab und meint: Julietta meint, als du wieder zu dir kamst auf der Wiese.“„Ich war einfach irritiert, als ich mich dort wiederfand.“Glücklich umschifft und einen vorwurfsvollen Blick zu Julietta.„Möchtet ihr nicht das Dessertbuffet einmal inspizieren“, sagt Cecilia zu den Töchtern.Nochmals gut gegangen!Und der Abend ist für einmal gerettet!Alle fühlen sich glücklich und beschließen nach Hause zurück zu fahren.Sylvestro und Cecilia bedanken sich für den feinen Abend und geben Dan einen herzlichen Kuss.Zuhause, in der Quinta und in unseren Zimmern geben wir uns der Entspannung hin.„So einen schönen Abend, und liebe Leute: Kaum zu glauben. Wir sind glücklich.3.2 Die Erkundung der InselEndlich geht es zur Sache. Wir fahren die geplante Route. Die Fahrt geht Richtung Porto da Cruz.Ab Monte steigt die Straße zuerst in Serpentinen, vorbei am eindrücklichen Gebirgszug Mont. do Barreiro, zum Paso de Poiso auf eine Höhe von 1400 m an.Wenn man sich entschließt nach Madeira zu reisen, hat man ja vorerst eine grüne und vor allem farbenprächtige Insel vor Augen und stellt sich kaum vor, dass auf diesem Eiland Erhebungen, sozusagen Berge sich türmen die bis zu annähernd 2000m reichen. Die Aussichtspunkte sind denn auch sehr beliebt, da man oft einen Großteil der Insel überschauen kann und bei einzelnen Punkten der Blick von der Süd- bis zur Nordküste reicht.Von der Passhöhe fahren wir quer durch den Ostzipfel der Insel durch eine Hochebene wo wir, in der Nähe eines Aussichtspunktes (Portela), die Gelegenheit wahrnehmen eine Begehung einer der Bekannten Levadas (Wasserläufe) per Pedes zu folgen. Die Strecke, etwa 2 Km, erlaubt es uns die Straße nach einer halben Stunde weiter unten wieder zu erreichen. Sylvestro fährt in der Zwischenzeit zum erneuten Treffpunkt.Diese Levadas sind oft hart am Felsen und teilweise durch Tunnels getrieben, wo der Weg nur sehr schmal und schlecht begehbar ist. Dadurch wird einem bewusst, welche Anstrengungen damals bei der Erstellung dieser Werke nötig waren. Und dies noch weit zurück, ohne die heutigen Hilfsmittel, bis in frühere Jahrhunderte.In der Neuzeit wurden dann viele solcher Levadas auch genutzt um diese Linienführungen für den Straßenbau auszuwerten. Dabei konnten dann Streckenführungen kürzer werden. Oft durch Untertunnelungen von Felspartien sind solche heute gut ausgebaut und erleichtern die Erreichbarkeit vieler Zielorte auf der Insel in kurzer Zeit.Ab Porto da Cruz an der Nordküste der Insel ist die kargere und bizarre Landschaft sehr eindrücklich und auch die Bebauung passt sich dem Klima an. Die Häuser sind, außer in den größeren Orten, eher gedrungen und die Dächer oft weit hinunter gezogen.Die Küstenstraße über Santana, Seixal nach Porto Moniz gibt sich äußerst spektakulär und ist, besonders im letzten Drittel, schon fast abenteuerlich zu befahren. Sie wurde denn vielerorts, auch aus Sicherheitsgründen, in Tunnels umgelegt.In Porto Moniz ist die Küstenpromenade sehr schön angelegt und lohnt einen Reiseunterbruch. Hier nutzen wir die Gelegenheit und genießen eine Mittagsspeise mit Meeresfrüchten.Während Sylvestro und Cecilia abwechselnd in der Rolle eines Fremdenführers glänzen, nimmt unsere Rundfahrt die Hochebene über die Levada da Ribeira da Janela unter die Räder. Diese Schnellstraße, mit traumhaften Ausblicken auf die untenliegende Küste, in einer Höhe von 800 bis 1500m liegend. Wir erreichen die Aussichtspunkte Boca da Encumeada (1000m) von wo wir hinunter zur Zufahrt des langen -- ‚Levadatunnels‘ – fahren, welcher unter den Bergen hindurch die Nordküste zur Südküste, zwischen Sao Vicente und Serra de Agua, verbindet.Dieser Tunnel ist die eigentliche Hauptschlagader durch die Insel und wird täglich von vielen hundert Madeirern benutzt.3.4 Die Hölle ist los!Unsere Reise hat viele Eindrücke gebracht und wir hatten die Gelegenheit einiges von unserem Reiseziel zu bewundern. Die schönen, verschiedenartigen Küstengebiete, die Städte und Dörfer, welche auch wieder ihre speziellen Charaktere aufweisen und dann vor allem die unglaublichen geologischen Verschiedenheiten auf so einem begrenzten Raum. Eines ist uns aber klar geworden: Es werden die wunderschönen Gärten und Parks sein, welche wir an verschiedenen Orten besuchen wollen. Ebenfalls wollen wir nochmals einem Levadaverlauf folgen!Mit so vielen Eindrücken im Kopf lassen wir uns von Sylvestro nun wieder gegen unsere Seite der Insel, durch den großen Levadatunnel, führen und alle die schönen Bilder ziehen nochmals vor unseren Augendurch. -------------- ----------------- Abrupt steigt Sylvestro auf die Bremse und stellt die Warnblinkanlage am Fahrzeug ein!„Schleuderspuren quer über die gesamte Straße“,- ruft er aus „Oh,- grausam,- da vorne ein Unfall!!!!!!“„Was ist passiert!!!“rufen wir aus und sehen plötzlich einen grellen Schein unweit vor uns im Tunnel.„Da hat es eine Explosion gegeben“ meint Sylvestro und weist uns an noch im Auto zu bleiben, doch es scheint sich auch Rauch zu entwickeln.Hinter uns beginnt sich eine Autoschlange zu bilden und einige versuchen ihr Auto zu wenden.Es ist nicht nur das flackernde Licht, sondern jetzt auch noch eine Rauchwand welche auf uns zuzukommen scheint!Dan beginnt heftig zu zittern und ringt um Luft, sie scheint in Panik zu geraten! Sie bricht in einen Weinkrampf aus und schreit: Nein,- nicht – bitte nicht!!!!!!!!!Cecilia weist uns alle an, sofort das Auto zu verlassen.- Ebenfalls Sylvestro drängt uns nun zur Eile:„Steigt sofort aus, wir müssen unverzüglich in den Stollen,- den letzten haben wir vor ca. 200m passiert!- Schnell kommt raus und folgt mir. Das Auto lassen wir hier stehen.- Die Lage kann sich schnell verändern“Dan kann sich kaum auf den Beinen halten und wir nehmen sie in die Mitte damit wie den Stollen schneller erreichen können!Sie ist kreidebleich und kann ihre Glieder kaum noch kontrollieren.- Das ist nun das Schlimmste, was ihr passieren konnte: Nach dem Erlebten nun noch eine erneut auftretende, lebensbedrohliche Gefahrensituation!!!„Ich bin doch noch so jung,- ich kann noch nicht sterben,---- Die Wellen,-- das Wasser,-- es erstickt mich,--- nein,- ich beginne zu brennen!!!!“Ihre Knie lassen nach und sie bricht zwischen uns zusammen!Wir alle drei packen sie, Sylvestro unter den Armen und Cecilia und ich an den Beinen und schleppen sie mit letzter Kraft gegen den Rettungsstollen.Hinter uns kommt die Rauchwand immer näher und wir hören, wie Leute schreien und um ihr Leben rennen!Es beginnt ein Wettlauf mit der Zeit!!!Endlich kommen wir der rettenden Türe näher und können gerade noch rechtzeitig, bevor uns die Gaswolke erreicht in den Stollen!!!Es sind nicht viele Leute welche diesen Raum erreichen konnten. Die Rauchentwicklung und die rasant ansteigende Temperatur hat vermutlich weiter zurück gebliebene Personen überrascht und sie eingeholt. Diese Vorgänge entwickeln sich wie bei einer Lawine! Flucht ist nur möglich, wenn man ohne zu zögern reagiert und so schnell wie möglich einen Fluchtstollen erreicht.Im Zugang ist eine Kaverne eingerichtet mit autarker Versorgung mit Strom, Frischluft und Nottelefon. Ebenso sind Geräte für lebensrettende Sofortmaßnahmen vorhanden und so können wir Dan wenigstens Sauerstoff zuführen.Sylvestro meldet sich sofort bei dem Notruf und sagt, dass wir eine Person hier hätten mit einem schweren psychischen Notstand. Hilfe sei in absoluter Dringlichkeit.Die Zentrale erklärt, dass sie trotz schwieriger Zufahrt, über den Notstollen sofort einen Notarzt mit lebensrettenden Geräten zu uns schicken würden.Inzwischen ist Dan in Ohnmacht gefallen und Cecilia hilft mit Unterstützung der Atmung und korrekter Lagerung die Situation so gut wie möglich zu kontrollieren und spricht ihr laufend beruhigend zu. Mehr zu tun ist im Moment nicht möglich!Wir sind schnellstens auf Hilfe angewiesen.Dieser Schock, schon wieder in einer lebensbedrohlichen Situation zu sein, musste sie wieder zurückgeworfen haben in den Zustand nach ihrer Rettung aus dem Wasser. Deshalb auch ihre konfusen Äußerungen vorher im Auto.Diesmal aber könnte es zu einer erheblichen Lebensgefahr ausarten.- Solche Schockerlebnisse sind kaum in einer solchen Folge zu verarbeiten.----Auch meine Kraft beginnt nachzulassen und ich bitte Sylvestro mich zu stützen.Biene- bitte sei stark,- die Rettung wird gleich bei uns eintreffen!„Ich kann nicht mehr!- Es ist doch nicht möglich, dass so viele Katastrophen uns in einer derartigen Folge ereilen können!!!“ --- „Arme Dan!!“Nach kurzer Zeit hören wir aus dem Notstollen die Sirene eines Notfallfahrzeuges und bald darauf öffnet sich die Türe zum Versorgungsstollen. Dieser verläuft parallel neben dem Tunnel und ist für solche Einsätze gebaut.Ein Arzt und eine Helferin beginnen sich um Dan zu kümmern und stecken ihr eine Infusion.Das ist eine Lösung um den Kreislauf zu stabilisieren und gleichzeitig zum Abbau der Stresskomponente.„Die Überwachungsgeräte im Fahrzeug werden uns sofort näheren Aufschluss über ihren Zustand geben können.“ sagt der Arzt und sie bringen sie mit einer Trage in die Ambulanz.Während sich der Arzt sofort um Dan kümmert, nimmt die Begleiterin die Daten auf und bittet mich mit zu fahren, während dessen gibt sie an Sylvestro eine Karte mit der Kontaktadresse des Spitals ab, wo Dan hingefahren wird.Der Arzt hat inzwischen einen Hubschrauber aufgeboten damit Dan so schnell wie möglich nach Funchal geflogen werden kann. Die Übergabe erfolgt direkt vor dem Eingang zum Tunnel, wo für solche Notfälle ein Stützpunkt angelegt ist.„Der Zustand der Patientin und deren noch nicht verarbeiteten Vorgeschichte lasse eine längere Fahrt nicht zu und die notwendigen Maßnahmen müssten schnellstens angegangen werden. "Eine Verzögerung könnte zu einem Kollaps und Organversagen, sowie zu irreversiblen Schädigungen des Gehirns führen!“Während Dan vor dem Tunnel in den bereitstehenden Helikopter verlegt wird erklärt mir der Arzt, dass im Spital, nach erfolgter Anamnese und dem einleiten der erforderlichen Sofortmaßnahmen, das dortige Ärzteteam entscheiden müsse wie die Weiterbehandlung erfolgen müsse.Auf der Insel seien keine Spezialkliniken für neurologische Abklärungen und deren Behandlung möglich. Es müsse vermutlich eine Verlegung nach Madrid ins Auge gefasst werden!Mir wird grau vor den Augen und der Arzt gibt mir einen Schluck aus einer Flasche:„Ein Helfer in der Not“- meint er und nach kurzer Zeit habe ich mich wieder gefangen.Im Helikopter ist ebenfalls ein Notfallteam um Dan besorgt und ich kann über das Handy mit Cecilia Kontakt aufnehmen.„Cecilia,- Dan muss nach Funchal gebracht werden, sie ist nicht bei Bewusstsein und hat hier im Heli gute Pflege um sich.“„Der Arzt hat gesagt, dass Dan dort im Spital sofort zur Abklärung komme und das weitere Vorgehen dort festgelegt würde.“„Könnt ihr bitte auch so bald als möglich hinkommen?“„Ja,- Biene. Wir versuchen mit einem Taxi rüber zu kommen. Die Polizei ist inzwischen hier um die Unfall- und Verkehrssituation zu regeln.“„Bitte habe Mut!,- Wir sehen uns im Spital.“Nach kurzem Flug landen wir auf dem Dach des Spitals und Dan wird sofort zur Aufnahme, respektive zur Abklärung gebracht.Das beigezogene Ärzteteam erkennt sofort Dan wieder und ist erschüttert über den Vorfall und dessen Auswirkungen.„Das ist nun das Allerschlimmste, was passieren konnte. Ein neuerlicher Schock könnte unvorhersehbare Schäden verursachen.“„Einziges Gutes sei, dass sie relativ schnell in Ohnmacht gefallen sei. Das Gehirn könnte so, wenn wir Glück haben in eine Art ‚Schonzustand‘ gefallen sein.“Während ich warte, bekomme ich von Cecilia einen Anruf:„Wie geht es Dan,- seid ihr schon dort?,- Wir kommen in ca. 45 Minuten“Dann bricht das Gespräch ab und ich habe nur noch Horrorgedanken im Kopf,- alles dreht sich und ich sehe schon wieder neue Schreckensmeldungen!!!„Alles gut?“- höre ich und eine Schwester steht neben mir.„Wir haben eben einen Anruf von einer Frau Cecilia erhalten, ihr Handy Akku seileer und das Gespräch deshalb abgebrochen,- ich möchte so gut sein und Sie darüber informieren- nicht dass Sie sich sorgen. Es sei alles i. O.“Aufatmen,- ich würde nichts mehr ertragen!Wie Stunden fühle ich mich hier sitzend und möchte mich am liebsten niederlegen, da tritt einer der Ärzte aus der Aufnahmestation.Er kommt mit nichts aussagendem Gesichtsausdruck auf mich zu und bittet mich in ein Arbeitszimmer.Ich bekomme etwas Warmes zu Trinken und Brötchen angeboten, doch ich könnte keinen Bissen herunterbringen.Ich schaue den Arzt fragend an und er zeigt mir Bilder einer CT-Aufnahme und stellt fest, dass keine physiologischen Veränderungen im Gehirn festzustellen seien. Das hieße aber nicht, dass alles in Ordnung sei.Ein Schockzustand könne sehr wohl auch lediglich durch eine psychische Stresserfahrung eintreten, insbesondere, wenn eine solche einer noch nicht verarbeiteten Belastung nachfolge.3.5 Der schwere Weg zurückSylvestro und Cecilia sind inzwischen eingetroffen und befinden sich auch bald am Ende ihrer Kräfte.Sie berichten, unser Auto würde von der Feuerwehr sichergestellt und ihnen zugebracht, sobald dies möglich werde. Der Schaden müsste dann durch eine Inspektion eruiert und persönliche Effekten, wie auch noch allfälliges Eigentum, gemeldet werden.„Aber zuerst: Wie geht es Dan?“- fragen beide.Ich gebe ihnen bekannt, was ich durch den Arzt erfahren habe und teile ihnen mit, dass Dan eventuell in eine Klinik nach Madrid verlegt werden müsse.Je nachdem, was die weiteren Abklärungen nun noch ergeben würden.Bis das Ergebnis fest stünde, sollten wir nach Hause fahren. Wir würden schnellstens informiert.Im Spital hätten sie ja noch alle Unterlagen von der vorherigen Behandlung.Ein Besuch sollte im Sinne einer möglichen Beunruhigung über das Unterbewusstsein eher unterbleiben!Es sind wieder grausame Stunden.„Kommen wir denn nie wieder aus diesem Trauma heraus“- sage ich und unsere beiden Freunde nehmen mich in die Arme.Ohne weitere Worte begeben wir uns zu einem Ersatzauto, welches durch die Polizei bereitgestellt wurde und fahren in die Quinta zurück.Die geschockten Töchter begrüßen uns, auch mit Tränen in den Augen, und begleiten uns in den Vorgarten. Sie haben ein leichtes Abendessen bereitet und bitten uns, wenn es uns möglich sei, um Erklärung des Geschehens.Beide Töchter fallen in Tränen aus, als ich ihnen die Tragödie um Dan mitteile!„Nicht das auch noch,- bitte Herrgott,- lass doch nicht noch mehr geschehen!“„Lass sie bitte wieder genesen!“Die Ergriffenheit der Töchter lässt auch uns wieder den Tränen nahe kommen und Cecilia versucht diese Trauer abzulenken indem sie auf den ‚Schwan von Madeira‘ verweist und sagt:„Er hat ihr doch schon einmal geholfen, so wird er sie auch heute nicht alleine lassen!“Es scheint, als ob ihr Anruf dieser Sagengestalt auch uns beruhigen würde und wir beginnen uns wieder auf die Zukunft zu besinnen.Eine Spezialklinik mit erfahrenen Neurologen und entsprechend geschultem Personal könnte sicher nur das Beste sein für Dan und sollte dies erfolgen, wäre vielleicht eine Repatriierung in die Schweiz das Beste.Während wir über diese Möglichkeiten sprechen klingelt das Telefon und wir werden gebeten, zur Besprechung des weiteren Vorgehens in die Klinik zu kommen.Wir fahren sofort hin und werden in einem Sitzungszimmer darüber informiert, dass infolge der Schwierigkeit des Falls nur die Behandlung in einer Spezialklinik in Frage käme.Sie könnten uns lediglich die Möglichkeit von Madrid,- oder die Repatriierung in die Schweiz, nach Zürich empfehlen, da dorthin auch die Transportwege am wenigsten Zeit in Anspruch nähmen.Zürich sei indessen besser ausgerüstet und habe die bessere Qualifikation, als hier im Süden.Für mich ist es klar, Zürich ist in allen Belangen die einzige Wahl.Nur die Frage nach der Zeit, ein Ambulanz-Jet der Rettungsflugwacht zu bekommen und die Dauer des Fluges wäre noch zu klären.Die REGA sei, im Gegensatz zu den anderen Fluggesellschaften, sofort in der Lage zu starten und somit die schnellste Möglichkeit zur Überbringung der Patientin!Das lässt uns natürlich nicht lange überlegen und ich entscheide für die Überbringung durch die REGA!Der Transport wird durch das Spital organisiert, ich muss lediglich meine Unterschrift und die REGA-Gönnerdaten von Dan beibringen und das, stellen wir fest, ist bereits bei der letzten Einlieferung geschehen.So soll ich mich ab 20 Uhr im Spital einfinden und das nötigste Reisegepäck mit allen Dokumenten für uns beide mitbringen. Wir fahren zurück in die Quinta und packen in der Zwischenzeit die dringlichsten Sachen für die Rückführung zusammen. Das restliche Reisegepäck wird in den Reisebuggys durch unsere Gastgeber per Flugtransport an unsere Heimadresse versandt.3.6 Die RückkehrDer Abschied von Cecilia und Sylvestro fällt mir sehr schwer und ich verspreche ihnen, sobald wir in Zürich angelangt sind eine SMS zu senden.Auch über die weitere Entwicklung des Gesundheitszustandes werde ich sie natürlich ständig auf dem Laufenden halten.Von Cecilia und den Töchtern verabschiede ich mich noch zuhause, danach bringt mich Sylvestro wieder zum Spital. Dort ist der Transport für Dan und mich bereitsvorbereitet und wir werden um 20 Uhr zum Flughafen Santa Catherina überführt.Der Abschied von Sylvestro geht nicht ohne Tränen ab und ich bedanke mich in unseren beiden Namen bei ihm.„Liebe Biene,- es tut uns furchtbar leid, dass wir euch nicht besser helfen konnten.Wir haben uns aber entschlossen euch zu einem späteren Zeitpunkt, wann dies euch auch immer möglich würde, als liebe Gäste bei uns zu einem echten schönen Urlaub für zwei- oder drei Wochen einzuladen.“Ich kann nun nicht mehr,- und muss weinen um so viel Herzlichkeit!„Tschüss Sylvestro!!!!!!!“ - winke ich ihm nach!Um 21 Uhr ist der Rückflug bereit und wir werden kurze Zeit später im Ambulanz-Jet der REGA nach Zürich überflogen.Es ist eine liebe und sorgfältige Betreuung durch einen Arzt mit Helferin und Dan wird laufend mit allem Nötigen versorgt und überwacht. Die Werte sind, abgesehen von einer leicht erhöhten Herztätigkeit, gut und die Atmung wird lediglich durch Sauerstoff unterstützt.Der Arzt beruhigt mich und meint:„Ihre Freundin hat einfach in kurzer Zeit zu viel erleben müssen und solches kann dann schon unversehens zu Komplikationen und versagen von Körperfunktionen führen.“„Der Körper kann dann durch ein ‚Koma‘ so eine Art Schutzfunktion einschalten.“„Das müssen wir erst einmal als positiv ansehen. Der weitere Verlauf wird sich durch die Maßnahmen unserer Ärzte kontrollieren und mit den Instrumenten überwachen lassen.“Nach knapp 2 Stunden Flug kommen wir in Kloten an und werden dort in einen Helikopter verbracht, welcher uns direkt zum Universitätsspital überfliegt.Auch dort ist unsere Ankunft bereits vorbereitet und Dan wird sofort in die Notfallabteilung gebracht, während ich in einem Warteraum betreut werde.Umgehend tritt ein Arzt ein und befragt mich zu dem Vorfall. Und als ich ihm die ganze Geschichte, mit dem Flugunfall, danach dem schrecklichen Badeereignis mit Fast Tod Erlebnis und zuletzt dem Horror in einem Tunnel schildere, schüttelt er immer wieder den Kopf und sagt:„Das kann ein normaler Mensch nicht verarbeiten,- da muss das Unterbewusstsein reagieren.“„Eine solche ‚Notabschaltung‘ wie wir dies hier haben kann aber eventuell auch viel verhüten.“ – „Wichtige Erkenntnisse über den Verlauf können wir aber frühestens morgen Vormittag erwarten,- bis dahin können Sie hier bei uns verbleiben. Das wäre auch im Sinne Ihrer Gesundheit gut!“Ich danke dem Arzt und werde dann in ein Zimmer mit Betreuung gebracht.Ich bin froh,- und nach einer kleinen Abendmahlzeit und einem entspannenden Bad schlafe ich bald ein: „Bitte Dan,- lass es gut werden!“ sind meine letzten Gedanken.Am anderen Morgen, nach einem leichten Frühstück, werde ich gegen Mittag durch den Chefarzt informiert, dass alle wichtigen neurologischen Untersuchungen keine Schädigung irgendwelcher Bereiche des Gehirns ausweisen würden und auch die organischen Körperfunktionen in Ordnung seien, jedoch die Tiefe der komatischen Ebene nicht erfassbar sei.Es könne Stunden, aber auch noch Tage dauern bis sich eine Veränderung einstellen könnte.Der folgende Tag hat keine Veränderung gebracht und am 3. Tag nach der Einlieferung von Dan stellten die Ärzte eine geringe Zunahme der REM fest, was bedeuten könnte, dass das Gehirn vermehrte Aktivität aufweist.Momentan sei jedoch noch kaum mit einer Aufwachphase zu rechnen, das könne sich allerdings auch schnell ändern. Ein zu schnelles Aufwachen könnte aber auch zu einer Irritierung des Bewusstseins führen. Und das wäre auch nicht im Sinne einer Genesung!So hoffe ich täglich, ja stündlich auf die Mitteilung, dass Dan erwacht sei!Am Dienstag der neu angebrochenen Woche, es ist abends gegen 20 Uhr meldet sich auf meinem I-Phon die Klinik und der behandelnde Arzt eröffnet mir, dass Dan kurzzeitig wache Momente habe, jedoch noch nicht direkt ansprechbar sei. Es sei aber ein Hinweis darauf, dass sich das Bewusstsein in absehbarer Zeit zurückmelden könnte.Die Anwesenheit einer Bekannten würde bei solcher Gelegenheit schonend auf die Patientin wirken. Sollte ich in der Lage sein, dies zu ermöglichen, würde ein Doppelzimmer auf der privaten Abteilung bereitgestellt, damit ich vor Ort wäre beim Aufwachen!Ich überlege nicht und sage zu!Meine liebe Dan,- ich lasse dich nicht im Stich,- ich will, dass du dich beim Aufwachen wohl fühlst,- sage ich zu mir und bin in Gedanken schon unterwegs.Im Spital ist alles bereits eingerichtet und der Arzt, welcher ich am Telefon hatte erscheint um mich zu begrüßen:„Guten Abend Frau B. Ihre Freundin macht schnelle Fortschritte und wir erwarten ein effektives Aufwachen für Morgen.“„Sollte die Patientin vorerst noch verwirrt sein, gehen Sie einfach positiv auf sie ein,wenn sie konkrete Fragen stellen sollte, so beantworten Sie diese bitte erst zurückhaltend und geben noch keine Details bekannt.“„Wie ich weiß, sind Sie ja nicht ganz fremd im Klinikbereich und wissen demnach, wie man sich am besten verhält in solchen Situationen.“„Wenn das Aufwachen eintritt wird auch sofort ein Arzt vor Ort sein um Sie und die Patientin zu unterstützen!“„Ich wünsche Ihnen beiden eine gute und erholsame Nacht“Ich bin froh, so eine gute Unterstützung beiseite zu haben. Es könnte für mich doch recht schwierig werden.Es wird bereits ein wenig heller im Zimmer und da vernehme ich ein leises „Biene“ vom Nebenbett her und erschrecke!Habe ich das gehört, oder war es nur Einbildung???Doch!- Es sind tatsächlich gelispelte Worte. Wenn ich diese auch nicht verstehen kann: Dan versucht zu sprechen! Oder sind es vielleicht Erinnerungen welche aufkommen und sich an die Oberfläche richten: Ein Übergang zu Bewusstsein!?!Ich drücke den Ruf und umgehend erscheint die Stationsschwester und erkundigt sich nach unserem Befinden.Ich sage was sich ereignet hat und sie ruft sofort nach dem Arzt.Der behandelnde Arzt und ein Neurologe kommen nach kurzer Zeit. Der Tag ist bereits bis gegen 08.30 fortgeschritten. Sie beginnen mit den Untersuchungen und kontrollieren die Gehirnstrommessungen. „Das EEG zeigt eindeutige Ausschläge, was auf eine starke Zunahme der Aktivität der Gehirnregionen schließen lässt: Wir dürfen damit rechnen, dass unsere Patientin schon bald aus dem Koma heraus kommt!“Nun wird alles vorbereitet für diesen Moment: Das Zimmer wird von allem Krankenmobiliar befreit und für mich wird eine Sitzgelegenheit neben dem Bett von Dan bereitgestellt, so, dass sie beim Erwachen in Richtung Fenster, mich im Blickfeld haben kann!Es ist eine unglaubliche Anspannung, um diesen Augenblick zu erhalten. Ich weiß nicht wie ich mich verhalten muss. In welchem Bewusstseinsstand sie aufwachen wird und was sie in der Lage ist zu erkennen!!!Wieder erscheint die Zeit nicht fort zu schreiten und die Atmosphäre ist zum Explodieren geladen!Da kommt, wie aus der wohligsten Geborgenheit:„Biene,- Biene,- wo sind wir,- sind wir im Hotel,--- ich glaube mich einen Moment verschlafen zu haben!!!“„Wie spät ist es?“„Was haben wir geplant?“Ich bin komplett überfordert und brauche einen Moment, bis ich eine passende Antwort geben kann und meine dann nur:„Dan wir haben heute einen freien Tag geplant und deshalb habe ich dich ausschlafen lassen!“Die Ärzte stehen im Hintergrund und sehen sich konsterniert an, so eine Aufwachsituation haben sie sich nicht vorgestellt!Sie verlassen unbemerkt das Zimmer und begeben sich in einen Nebenraum, wo sie in der Lage wären sofort einzugreifen. Nun bin ich mit Dan alleine und kann auf Grund ihres absolut klaren und unbeeinträchtigten Verhaltens erklären, dass sie infolge eines Schocks, eingetreten durch einen Verkehrsunfall in einem Tunnel, zur Abklärung in eine Klinik geflogen wurde und wir inzwischen im UNI-Spital in Zürich seien.„Zürich,-?“„Aber ich habe doch nichts mitbekommen!“„Ja,- Durch den Schock musstest du mit Medikamenten gestützt werden und da beim dem Unfall Brandgase entstanden musstest du zur sicheren Abklärung in eine spezialisierte Klinik überbracht werden. Da entschloss ich mich für Zürich.“„Für dich durfte es nur die Beste sein!“ „Und du musst so schnell wie möglich wieder mit mir auf Wanderschaft!“Die Ärzte treten ein und ich kann sie, fast wie gelähmt, Dan nur noch kurz vorstellen.Sie bemühen sich sofort unverfänglich um Dan und die Schwester hilft mir für einen Augenblick aus dem Zimmer.„Das war oberste Klasse,- wie Sie das gemacht haben. Das hätten wir nicht so souverän durchgezogen,- ‚Hut ab‘“Die Ärzte rufen mich ins Zimmer und beglückwünschen uns zu diesem Wunder,- wie sie sagen und vereinbaren für den nächsten Tag eine gemeinsame Information, nachdem eine weitere Untersuchung diesen Zustand hoffentlich bestätigt haben würde.Den Tag verbringen Dan und ich dann gemeinsam um das USZ und gönnen uns neben einem guten Kaffee schöne Sonnenstrahlen und einen ruhigen Nachmittag.Dan kann dazwischen eine kleine Pause einlegen, in welcher sie sich wieder etwas erholen kann. Der Tag ist für sie doch etwas anstrengend geworden mit den vielen Eindrücken, obwohl sie unerwarteter Verfassung ist.Wir haben vereinbart, dass wir das Nachtessen in der Klinik einnehmen um uns danach noch näher über das Geschehen zu unterhalten.19 Uhr, das Essen war gut und wir erhalten vom Restaurant-Service noch einen Dessert mit Kaffee.Das Zimmer hat einen kleinen Balkon wo wir es uns gemütlich machen.Die Kontrolle durch den leitenden Arzt hat nichts Negatives ergeben und Dan ist guter Laune. Sie verspürt auch keine Nachwirkungen von der Komasituation.Biene,- es ist kaum zu glauben, aber ich kann mir einfach nicht vorstellen, dass ich so lange ausgesetzt haben soll. Mir ist einfach, als ob ich gerade von einem Traum aufgewacht wäre!„Was hast du denn geträumt“, frage ich Dan und erhalte, nach einem kurzen Nachdenken ihrerseits die Antwort:„Vom Meer!“ Und mich, Biene, erfasst ein riesiger Schreck!!!„Bitte Dan,- sprich nur über etwas, das dich nicht zu sehr aufregt!“„Aber sicher. Ich träumte wir schwammen auf das Meer hinaus und ich wurde plötzlich von dir getrennt, so dass ich dich aus den Augen verlor.“ „Ich habe dann versucht die Küste zu erreichen, wobei ich von weitem eine Gruppe von Schwänen sah. Ich nahm die Richtung an und schwamm genau dahin denn dahinter konnte ich eine Landzunge erkennen, welche zu unserer Insel gehörte.“„Ich musste abgetrieben worden sein, aber ich schwamm mit der Strömung und konnte nach einiger Zeit gegen Land kommen. Ich weiß noch wie ich Kiesel verspürte welche mich an den Beinen kratzten und ergriff Grasbüschel!“„Danach weiß ich nicht, ob dieser Traum noch weiter ging!“ (fasst sich unbewusst an die Beine)!„Was hast du,- fragt Dan und ich muss einen Moment überlegen, wie ich auf diese ‚Traumschilderung eingehen soll. Schwierig jetzt nicht falsch zu reagieren!„Da hast du aber einen komischen Traum durchlebt, manchmal kann man Träume von echten Erlebnissen kaum unterscheiden, Dan.“„Ja,- komisch ist nur, dass dieser so realistisch war. Ich hatte genau das Gefühl durch Wasser zu gleiten! – Ich komme nicht richtig von diesen Empfindungen los!“Um Dan ein wenig von diesem ‚Traum‘ abzulenken frage ich sie: …………„Weißt du noch wie unser Hinflug verlief und wie fein wir danach durch Sylvestro und , --- ach,- wie hieß sie noch, die Frau von…. Dan unterbricht mich und sagt: „Cecilia“!,--- Lacht und macht sich lustig über meine ‚Vergesslichkeit‘!Nun bin ich dermaßen perplex, dass ich mir die Tränen nicht mehr aus den Augen wischen kann ohne dass dies Dan sehen kann.„Oh,- bitte entschuldige: Ich wollte dich nicht kränken,- hab ich nicht so gemeint,- sei nicht böse!“Ich nehme sie in die Arme. Wenn sie wüsste, was dieses ‚Cecilia‘ für eine ‚Erleuchtung‘ oder besser gesagt ‚Entlastung‘ bedeutet!!!Dan hat das Gedächtnis bis zur Gegenwart wieder erhalten!!!„Ich bin soooo glücklich“,- sage ich und drücke sie fest!„Hallo: ---- Was ist mit dir los, -ich bin dir ja nicht abhandengekommen!!!“„Weist: Ich habe mir gerade vorgestellt, wie das bei mir gewesen wäre, wenn dies Wirklichkeit geworden wäre!“ sage ich zu ihr und sie tröstet mich:„Biene: Es wäre ja auch dann gut ausgegangen!“ Ich weiß es: Der Schwan hat es mir ges…………, (sie stutzt und meint) ach was: - „Lass uns über die schönen Tage mit Cecilia und ‚Sylvestro‘ reden (schmunzelt), du siehst ich bin noch nicht vergesslich!“ ---- wie du!!!Sie scheint effektiv wieder voll da zu sein und erst noch besser als zuvor!Da muss ein doppeltes Wunder geschehen sein:Dan hat sich von dem Koma voll erholt und: was noch unglaublicher ist: auch den ersten Schock nach dem Badeunfall überwunden (wenigsten im Unterbewussten).Darüber muss ich morgen vordringlich mit den Ärzten sprechen, bevor Dan zur Untersuchung muss.Am Morgen treffe ich den Arzt und erzähle ihm, was gestern Abend noch alles passiert ist.Er ist nur wenig erstaunt und meint:„ Sehen Sie: Die Natur ist uns Menschen immer wieder einmal voraus,- seien wir ihr dankbar dafür und nehmen wir das Geschenk an.“Es kommt vor, dass ein erneutes Schockerlebnis die Blockade eines zuvor Bestandenen löschen kann, wie wenn bei der EDV eine Verschlüsselung aufgelöst wird. Das nennt man dann eine ‚Reversible Funktion‘!Die Untersuchung verläuft vollends zur Zufriedenheit und nach einem Tag Beobachtung dürfe Dan das Spital verlassen. Eine weitere Kontrolle stehe in einer Woche an.Nach dem augenblicklichen Stand der Situation, bestehe keine Gefahr eines Rückfalls.„Sie müssen sie im Auge behalten und sollten sich Veränderungen zeigen,- bitte sofort berichten.“„Sprechen sie die Geschehnisse nur sehr zurückhaltend an und immer nur mit ihrem Verständnis, oder besser noch nur auf Nachfragen ihrerseits!“ Ich bedanke mich für die Hilfe und Betreuung durch das Personal und begebe mich zu Dan.„Biene,- hast du gehört, ich bin endlich wieder gesund und frei von allem Stress!“„Ja,- Dan. Wir können wieder planen.“„Erst gehen wir heute Abend in die Stadt und erholen uns von diesen Erlebnissen!“Wie immer gebe ich Cecilia und Sylvestro umgehend Bescheid und grüße die beiden herzlich!Glücklich Back!

16.6.16 15:38

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