Über

Seit dem plötzlichen Tod meiner Frau fühlte ich mich zum Schreiben hingezogen und möchte über diesen Weg auch anderen interessierten Lesern die Gelegenheit geben, sich in meine Gedankenwelt einzulesen. Neben Schreiben, Wandern, bin ich gerne mit anderen Leuten zusammen um vieles anzugehen.

Alter: 79
 


Mehr über mich...

Als ich noch jung war...:
hatten wir noch viele Freiräume

Wenn ich mal groß bin...:
sagen wir älter bin:
möchte ich bewusster leben dürfen

In der Woche...:
jede Minute bewusst erleben können

Ich wünsche mir...:
eine unbeeinträchtigte Zukunft

Ich glaube...:
an einen Sinn des Lebens

Ich liebe...:
gefühlvolle Menschen

Man erkennt mich an...:
meiner Unauffälligkeit

Ich grüße...:
alle sinnesvollen Mitmenschen



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Blog

3. Kapitel zu: 'Schleuderspuren im Levadatunnel'

3.1 Klippen und LevadasDer Dienstag verspricht ein guter Tag zu werden. Das Spital erwartet mich zur Ergänzung und Bestätigung einiger Angaben und so werde ich gegen Mittag dort sein.Sylvestro konnte einige Tage frei machen und, wenn alles klappt mit Dan können wir unsere Ferien doch noch starten.Wäre nach diesen Strapazen ja endlich auch verdient.Mit einem süßen Gruß von Madeira, einem einheimischen Leckerbissen: Eine Torte, ähnlich unserer Bündnertorte, machen wir uns auf den Weg zum Spital und finden dort schon Dan auf uns wartend in der Cafeteria vor.Sie kann sich kaum zurückhalten und stürmt geradezu auf uns zu!„Bienchen,--- endlich wieder raus!“ „Lasst uns die Schönheiten des Lebens genießen.- Wir sind doch nicht hergekommen um im Spital zu liegen!“ „Ich brenne auf Blumen,- Wiesen, Berge,- Natur und feinem Essen!!!“„Und: Einem guten Glas Madeira!!!“ Komm,- lass dich umarmen. Wir haben dich schon sehr vermisst,- du warst uns weit entschwunden!„Dein Dasein muss genügend gefeiert werden, wir haben für den Abend ein Begrüßungsfestchen arrangiert“, sagt Cecilia und nimmt Dan auch in die Arme.Während Sylvestro und Cecilia mit Dan die folgenden Tage besprechen, begebe ich mich zur Verwaltung und erledige die noch anstehenden Formalitäten, da sind noch die Frage der Versicherungen, alle genaueren Angaben über die Personalien und die Kostendeckungen der Dienste.Endlich können wir die Sachen von Dan zusammenpacken und das Spital verlassen.Was für ein Gefühl!!!Wieder frei sein,- wieder gesund,- nur nicht mehr an all das Negative denken!!!Einfach nur noch vorwärts schauen. Und das mit Hilfe unserer Bekannten.Dan hat sich, so lässt sich feststellen recht gut erholt. Obwohl wir sie natürlich noch verschonen mit Fragen wird es sich in den nächsten Tagen erweisen müssen, wie weit ihre Erinnerungen sich noch verbessern werden.Vorerst fahren wir in ein schönes auf einer Hochebene gelegenes Restaurant, welches einen wunderbaren Ausblick auf eine Wiesen- und Berglandschaft mit vielen farbenprächtigen Blumen und die Felsformationen der höchsten Punkte auf der Insel freigibt.„Wauw,- endlich beginnt unser Urlaub Biene,- ich freue mich riesig. So eine wunderschöne Landschaft. Ich fühle mich wie neu geboren.Geht es euch nicht auch so?“Fast im Chor tönt es Ja! Und wir sind bestrebt,- uns nicht gegenseitig anzusehen.Das könnte zur Folge haben, dass Dan aufmerksam würde und uns Fragen stellen könnte.Schon um sie zu beruhigen und dann natürlich auch, weil diese Eindrücke gar nichts anderes zulassen stimmen wir ihr zu. Sogar die Einheimischen müssen allerdings zugeben, dass sie durch diese Anblicke immer wieder neue Kräfte schöpfen könnten.Das Restaurant liegt überhöht zur umgebenden Landschaft wie auf einem Podium. Dieser Standort wurde beim Bau sicher auch gezielt so gewählt, um die Wirkung optimal auszunützen. Schöne Umgebung und ein freundliches Ambiente animieren die Gäste auch zum Konsumieren.„Nun,- was habt ihr euch vorgenommen, als ich gelegen habe. Ich verlasse mich auf eure planerischen Qualitäten und bin gespannt, endlich etwas von dieser himmlischen Insel mit zu bekommen.“„Wann können wir loslegen? – Wie mir Cecilia ‚geflüstert‘ hat, würdest du Sylvestro versuchen einige Tage frei zu bekommen um uns deine Heimat näher zu bringen!“„Das habe ich auch erreicht, ich bin für den Rest dieser Woche frei und wir haben auch tatsächlich einiges Sehenswertes in eine Einführungsroute gepackt um Schwerpunkte für folgende Tage setzen zu können. Für solche darfst du dann deine Wünsche äußern. Wir freuen uns, dich wieder auf schöne Gedanken zu bringen!“Bei einem kleinen Imbiss stellen wir dann unseren Plan vor und wie es scheint ist Dan höchst begeistert, diese Rundreise genießen zu dürfen.„Wunderbar, wie ihr das vorbereitet habt, tut mir aber trotzdem leid…………….“Alle horchen erschrocken auf!!!„dass ich euch so viel Arbeit und Sorgen gemacht habe. Und deshalb lade ich euch heute Abend zu einem Candle-Light- Dinner ein!“Wir atmen auf, denn ihr ‚aber‘ hat uns schwer erschreckt, denn wir glaubten schon eine Absage, infolge Befinden oder medizinischen Bedenken, entgegennehmen zu müssen!!!„So eine Überraschung!!!“ Tönt es da und alle sind bass erstaunt über die spontane Einladung, so dass wir nicht umhin können sie zu fragen, ob sie denn schon dermaßen voller Energie sei, einer solchen Anstrengung gewachsen zu sein!Kaum auf den Beinen und schon wieder voller Tatendrang!?„Glaubt ihr denn,- Intuition und Tatendrang seien ------vom Wasser …….…. weggespült --- worden ----------,?“ (stutzt, gibt sich aber gefasst) und fährt weiter „ich brauche manchmal nur noch dem Gehirn einen kleinen Schups zu geben.“Diese Kurzerinnerung muss sie jedoch schon ein wenig aus dem Gleichgewicht gebracht haben, denn: sie schaut im Nachhinein noch etwas Nachdenklich drein.Das Herz ist uns fast ins Stolpern geraten, als sie das Wasser ansprach, dann aber als sie sich fasste und eine normale Begründung für ihren kurzzeiteigen Aussetzer nachschob, war es als ob sich eine schwarze Wolke auflöste.Eine solche Reaktion lässt auf eine starke Gehirnleistung schließen und gibt uns beste Hoffnung, dass kein Schaden mehr hängen bliebe.„Dan,- du bist ein Schatz,- es freut uns riesig, dass du uns einen so schönen Abend schenkst“ sage ich und Cecilia meint:„Wir sind überglücklich mit dir diesen Abend feiern zu dürfen!“Sylvestro hebt das Glas mit einem leichten Aperowein (er holte diesen unbemerkt von der Theke nachdem Dan ihre Zwischenbemerkung gemacht hatte) und stößt auf die Gesundheit aller Anwesenden und den Rettungsleuten an.Wir bekräftigen diesen Tost.Der Beschluss die folgenden Tage wie geplant anzugehen und einige Minuten zu Fuß in der näheren Umgebung des Ausflugszieles lässt uns zum Haus unserer Gastgeber zurückfahren um uns vor dem Abend noch ein wenig zu erfrischen und entspannen.Als ich mit Dan alleine bin frage ich nach ihrem Befinden und sie sagt mir:„Ich bin mir nicht ganz sicher, aber ich habe so ein Gefühl, als ob ich aus einer sehr kritischen Situation heraus gekommen wäre! Ich komme aber nicht dahinter, ob da vielleicht auch wieder nur ein Traum steckte.“„Kannst du mir helfen, bitte?“Das ist nun eine schwierige Situation und ich entscheide mich, ihr noch nicht die reine Wahrheit zu sagen, da ich nicht wissen kann was das für Auswirkungen haben könnte.Also sage ich:„Dan,- du hast sehr wohl eine kritische Situation hinter die, indem du durch diesen Aufprall eine schwere Hirnerschütterung zugezogen hast.Wie es scheint, hattest du dort am Ufer eine Trainingseinheit deiner besonderen Art, mit Spurt, Schnelligkeit und Schwimmen absolviert und musstest dabei so unglücklich gestürzt sein, dass du schwer angeschlagen liegen geblieben bist.Glücklicherweise wurdest du relativ schnell gefunden und so rasch wie möglich ins Spital eingeliefert. Du weißt, wie wichtig ein schnelles Handeln in solchen Fällen ist. Aber du hast dich schon recht schnell und gut erholt. Die restlichen Besserungen, bis du keine Muskelverspannungen (vor allem im Hals/Nackenbereich) mehr hast, werden noch ein wenig Zeit brauchen“„Aber lass uns nun deinen Abend genießen, Dan.“„Danke Biene,- ich bin froh um dich!“Der Abend rückt näher und Dan verrät mir, dass sie Im Restaurant Dom Pepe in Funchal einen Tisch reservieren ließ. Diese Adresse habe man ihr sehr empfohlen, da dort exzellente Speisen mit gehobenem Service angeboten würden.„Ihr habt das verdient, nachdem ihr so viel für mich getan habt.- Einiges habe ich schon erfahren dürfen vom Personal. Insbesondere, dass eine enorme Aktion für mich abgelaufen sei.- Da musst du mir dann schon noch einiges mehr verraten.“„Ist schon gut, Dan. Nun aber,- lass uns zuerst deine Genesung feiern und dabei sollen keine schweren Worte fallen!“„Ich möchte einfach glücklich sein, dass du wieder gesund bei mir bist!!!“„Ja,- du hast recht: Lass uns diesen Abend genießen, als es unser erster wäre!“Sylvestro sitzt am Tisch in der Veranda und ist in die Zeitung vertieft, als wir in das Wohnzimmer treten und lässt ein leises Pfeifen entweichen:„Hallo,- so viele schöne Frauen um mich!,- das könnte ja gefährlich werden für meine Geliebte!“Cecilia, die gleichzeitig den Raum betrifft lacht herzlich und sagt:„Die mag ich dir gönnen,- ich weiß aber, dass du mich am liebsten hast,- mein Schatz“Ist das nicht schön. So eine wahre Glücksoase,- und das erst noch echt,- ohne Vorspiegelung etwelchen Schönfärbereien.Einfach echt,- wo trifft man solches noch an!- Beneidenswert,- und das erst noch in einer Familie mit zwei Töchtern, auch schon im Alter von 12 Jahren, die auch, wie bei uns, ihre Ansprüche haben.Julietta und Jenny, zwei liebliche und schöne Töchter, um welche man sie direkt beneiden könnte. Zwillinge, darum die zwei: JJ, echt herzig!Es wird uns echt warm um’s Herz, wenn man so eine harmonische Familie sieht und erst noch davon überzeugt sein kann, dass es nicht nur gespielt ist, wie bei uns manchmal, sondern echte Verbindung!- Harmonie in Perfektion! Na,- ja: Wir mögen ihnen dies gönnen und dürfen froh sein, dass wir sie kennenlernen durften.Sylvestro schlägt die Zeitung zusammen und sagt, dass der Artikel über den Flugzeugcrash Schlagzeilen geworfen habe und die Einwohner sich echt Sorgen machten, um den Tourismus. Solche Meldungen seien immer schlecht für die Wirtschaft auf der Insel.Die Einladung wird sofort auf die ganze Familie ausgeweitet, nachdem Dan diese herzigen Töchter gesehen hat und eine größere Freundschaft beflügelt auch die Zusammenhänge für die Zukunft.Ein Ferientripp für die Töchter wäre sicher auch in der Zukunft interessant.Der Tipp für dieses Restaurant trifft voll ins Schwarze!Das Restaurant hat einen außergewöhnlichen Zauber, die Adresse Rua da Levadas dos Barreiros scheint genau die richtige Adresse für unseren Festabend zu sein. Feine Küche und vielseitige Karte lassen uns auf einen schönen Abend anstoßen.Es sind auch hier die heimischen Gerichte zu genießen, daneben haben aber auch die europäische Küche und Spezialitäten Platz. Es ist also für jeden etwas zu haben. Eine wunderschöne Stimmung an unserem Tisch und es scheint, als ob es nur unsere Welt gäbe. Wir genießen dies und fühlen uns wie eine Familie!Im Verlaufe des Abends passiert dann das Unvermeidliche leider doch, Julietta verplaudert sich und fragt Dan: hattest du Angst, als du abgetrieben wurdest!Erstmal Ruhe,--- dann: Konsternation!„Abgetrieben?,-- ich war nicht so weit weg, aber ich weiß nicht mehr genau, wie das war. Jedenfalls habe ich ja den richtigen Weg wieder gefunden“.Sylvestro lenkt sofort ab und meint: Julietta meint, als du wieder zu dir kamst auf der Wiese.“„Ich war einfach irritiert, als ich mich dort wiederfand.“Glücklich umschifft und einen vorwurfsvollen Blick zu Julietta.„Möchtet ihr nicht das Dessertbuffet einmal inspizieren“, sagt Cecilia zu den Töchtern.Nochmals gut gegangen!Und der Abend ist für einmal gerettet!Alle fühlen sich glücklich und beschließen nach Hause zurück zu fahren.Sylvestro und Cecilia bedanken sich für den feinen Abend und geben Dan einen herzlichen Kuss.Zuhause, in der Quinta und in unseren Zimmern geben wir uns der Entspannung hin.„So einen schönen Abend, und liebe Leute: Kaum zu glauben. Wir sind glücklich.3.2 Die Erkundung der InselEndlich geht es zur Sache. Wir fahren die geplante Route. Die Fahrt geht Richtung Porto da Cruz.Ab Monte steigt die Straße zuerst in Serpentinen, vorbei am eindrücklichen Gebirgszug Mont. do Barreiro, zum Paso de Poiso auf eine Höhe von 1400 m an.Wenn man sich entschließt nach Madeira zu reisen, hat man ja vorerst eine grüne und vor allem farbenprächtige Insel vor Augen und stellt sich kaum vor, dass auf diesem Eiland Erhebungen, sozusagen Berge sich türmen die bis zu annähernd 2000m reichen. Die Aussichtspunkte sind denn auch sehr beliebt, da man oft einen Großteil der Insel überschauen kann und bei einzelnen Punkten der Blick von der Süd- bis zur Nordküste reicht.Von der Passhöhe fahren wir quer durch den Ostzipfel der Insel durch eine Hochebene wo wir, in der Nähe eines Aussichtspunktes (Portela), die Gelegenheit wahrnehmen eine Begehung einer der Bekannten Levadas (Wasserläufe) per Pedes zu folgen. Die Strecke, etwa 2 Km, erlaubt es uns die Straße nach einer halben Stunde weiter unten wieder zu erreichen. Sylvestro fährt in der Zwischenzeit zum erneuten Treffpunkt.Diese Levadas sind oft hart am Felsen und teilweise durch Tunnels getrieben, wo der Weg nur sehr schmal und schlecht begehbar ist. Dadurch wird einem bewusst, welche Anstrengungen damals bei der Erstellung dieser Werke nötig waren. Und dies noch weit zurück, ohne die heutigen Hilfsmittel, bis in frühere Jahrhunderte.In der Neuzeit wurden dann viele solcher Levadas auch genutzt um diese Linienführungen für den Straßenbau auszuwerten. Dabei konnten dann Streckenführungen kürzer werden. Oft durch Untertunnelungen von Felspartien sind solche heute gut ausgebaut und erleichtern die Erreichbarkeit vieler Zielorte auf der Insel in kurzer Zeit.Ab Porto da Cruz an der Nordküste der Insel ist die kargere und bizarre Landschaft sehr eindrücklich und auch die Bebauung passt sich dem Klima an. Die Häuser sind, außer in den größeren Orten, eher gedrungen und die Dächer oft weit hinunter gezogen.Die Küstenstraße über Santana, Seixal nach Porto Moniz gibt sich äußerst spektakulär und ist, besonders im letzten Drittel, schon fast abenteuerlich zu befahren. Sie wurde denn vielerorts, auch aus Sicherheitsgründen, in Tunnels umgelegt.In Porto Moniz ist die Küstenpromenade sehr schön angelegt und lohnt einen Reiseunterbruch. Hier nutzen wir die Gelegenheit und genießen eine Mittagsspeise mit Meeresfrüchten.Während Sylvestro und Cecilia abwechselnd in der Rolle eines Fremdenführers glänzen, nimmt unsere Rundfahrt die Hochebene über die Levada da Ribeira da Janela unter die Räder. Diese Schnellstraße, mit traumhaften Ausblicken auf die untenliegende Küste, in einer Höhe von 800 bis 1500m liegend. Wir erreichen die Aussichtspunkte Boca da Encumeada (1000m) von wo wir hinunter zur Zufahrt des langen -- ‚Levadatunnels‘ – fahren, welcher unter den Bergen hindurch die Nordküste zur Südküste, zwischen Sao Vicente und Serra de Agua, verbindet.Dieser Tunnel ist die eigentliche Hauptschlagader durch die Insel und wird täglich von vielen hundert Madeirern benutzt.3.4 Die Hölle ist los!Unsere Reise hat viele Eindrücke gebracht und wir hatten die Gelegenheit einiges von unserem Reiseziel zu bewundern. Die schönen, verschiedenartigen Küstengebiete, die Städte und Dörfer, welche auch wieder ihre speziellen Charaktere aufweisen und dann vor allem die unglaublichen geologischen Verschiedenheiten auf so einem begrenzten Raum. Eines ist uns aber klar geworden: Es werden die wunderschönen Gärten und Parks sein, welche wir an verschiedenen Orten besuchen wollen. Ebenfalls wollen wir nochmals einem Levadaverlauf folgen!Mit so vielen Eindrücken im Kopf lassen wir uns von Sylvestro nun wieder gegen unsere Seite der Insel, durch den großen Levadatunnel, führen und alle die schönen Bilder ziehen nochmals vor unseren Augendurch. -------------- ----------------- Abrupt steigt Sylvestro auf die Bremse und stellt die Warnblinkanlage am Fahrzeug ein!„Schleuderspuren quer über die gesamte Straße“,- ruft er aus „Oh,- grausam,- da vorne ein Unfall!!!!!!“„Was ist passiert!!!“rufen wir aus und sehen plötzlich einen grellen Schein unweit vor uns im Tunnel.„Da hat es eine Explosion gegeben“ meint Sylvestro und weist uns an noch im Auto zu bleiben, doch es scheint sich auch Rauch zu entwickeln.Hinter uns beginnt sich eine Autoschlange zu bilden und einige versuchen ihr Auto zu wenden.Es ist nicht nur das flackernde Licht, sondern jetzt auch noch eine Rauchwand welche auf uns zuzukommen scheint!Dan beginnt heftig zu zittern und ringt um Luft, sie scheint in Panik zu geraten! Sie bricht in einen Weinkrampf aus und schreit: Nein,- nicht – bitte nicht!!!!!!!!!Cecilia weist uns alle an, sofort das Auto zu verlassen.- Ebenfalls Sylvestro drängt uns nun zur Eile:„Steigt sofort aus, wir müssen unverzüglich in den Stollen,- den letzten haben wir vor ca. 200m passiert!- Schnell kommt raus und folgt mir. Das Auto lassen wir hier stehen.- Die Lage kann sich schnell verändern“Dan kann sich kaum auf den Beinen halten und wir nehmen sie in die Mitte damit wie den Stollen schneller erreichen können!Sie ist kreidebleich und kann ihre Glieder kaum noch kontrollieren.- Das ist nun das Schlimmste, was ihr passieren konnte: Nach dem Erlebten nun noch eine erneut auftretende, lebensbedrohliche Gefahrensituation!!!„Ich bin doch noch so jung,- ich kann noch nicht sterben,---- Die Wellen,-- das Wasser,-- es erstickt mich,--- nein,- ich beginne zu brennen!!!!“Ihre Knie lassen nach und sie bricht zwischen uns zusammen!Wir alle drei packen sie, Sylvestro unter den Armen und Cecilia und ich an den Beinen und schleppen sie mit letzter Kraft gegen den Rettungsstollen.Hinter uns kommt die Rauchwand immer näher und wir hören, wie Leute schreien und um ihr Leben rennen!Es beginnt ein Wettlauf mit der Zeit!!!Endlich kommen wir der rettenden Türe näher und können gerade noch rechtzeitig, bevor uns die Gaswolke erreicht in den Stollen!!!Es sind nicht viele Leute welche diesen Raum erreichen konnten. Die Rauchentwicklung und die rasant ansteigende Temperatur hat vermutlich weiter zurück gebliebene Personen überrascht und sie eingeholt. Diese Vorgänge entwickeln sich wie bei einer Lawine! Flucht ist nur möglich, wenn man ohne zu zögern reagiert und so schnell wie möglich einen Fluchtstollen erreicht.Im Zugang ist eine Kaverne eingerichtet mit autarker Versorgung mit Strom, Frischluft und Nottelefon. Ebenso sind Geräte für lebensrettende Sofortmaßnahmen vorhanden und so können wir Dan wenigstens Sauerstoff zuführen.Sylvestro meldet sich sofort bei dem Notruf und sagt, dass wir eine Person hier hätten mit einem schweren psychischen Notstand. Hilfe sei in absoluter Dringlichkeit.Die Zentrale erklärt, dass sie trotz schwieriger Zufahrt, über den Notstollen sofort einen Notarzt mit lebensrettenden Geräten zu uns schicken würden.Inzwischen ist Dan in Ohnmacht gefallen und Cecilia hilft mit Unterstützung der Atmung und korrekter Lagerung die Situation so gut wie möglich zu kontrollieren und spricht ihr laufend beruhigend zu. Mehr zu tun ist im Moment nicht möglich!Wir sind schnellstens auf Hilfe angewiesen.Dieser Schock, schon wieder in einer lebensbedrohlichen Situation zu sein, musste sie wieder zurückgeworfen haben in den Zustand nach ihrer Rettung aus dem Wasser. Deshalb auch ihre konfusen Äußerungen vorher im Auto.Diesmal aber könnte es zu einer erheblichen Lebensgefahr ausarten.- Solche Schockerlebnisse sind kaum in einer solchen Folge zu verarbeiten.----Auch meine Kraft beginnt nachzulassen und ich bitte Sylvestro mich zu stützen.Biene- bitte sei stark,- die Rettung wird gleich bei uns eintreffen!„Ich kann nicht mehr!- Es ist doch nicht möglich, dass so viele Katastrophen uns in einer derartigen Folge ereilen können!!!“ --- „Arme Dan!!“Nach kurzer Zeit hören wir aus dem Notstollen die Sirene eines Notfallfahrzeuges und bald darauf öffnet sich die Türe zum Versorgungsstollen. Dieser verläuft parallel neben dem Tunnel und ist für solche Einsätze gebaut.Ein Arzt und eine Helferin beginnen sich um Dan zu kümmern und stecken ihr eine Infusion.Das ist eine Lösung um den Kreislauf zu stabilisieren und gleichzeitig zum Abbau der Stresskomponente.„Die Überwachungsgeräte im Fahrzeug werden uns sofort näheren Aufschluss über ihren Zustand geben können.“ sagt der Arzt und sie bringen sie mit einer Trage in die Ambulanz.Während sich der Arzt sofort um Dan kümmert, nimmt die Begleiterin die Daten auf und bittet mich mit zu fahren, während dessen gibt sie an Sylvestro eine Karte mit der Kontaktadresse des Spitals ab, wo Dan hingefahren wird.Der Arzt hat inzwischen einen Hubschrauber aufgeboten damit Dan so schnell wie möglich nach Funchal geflogen werden kann. Die Übergabe erfolgt direkt vor dem Eingang zum Tunnel, wo für solche Notfälle ein Stützpunkt angelegt ist.„Der Zustand der Patientin und deren noch nicht verarbeiteten Vorgeschichte lasse eine längere Fahrt nicht zu und die notwendigen Maßnahmen müssten schnellstens angegangen werden. "Eine Verzögerung könnte zu einem Kollaps und Organversagen, sowie zu irreversiblen Schädigungen des Gehirns führen!“Während Dan vor dem Tunnel in den bereitstehenden Helikopter verlegt wird erklärt mir der Arzt, dass im Spital, nach erfolgter Anamnese und dem einleiten der erforderlichen Sofortmaßnahmen, das dortige Ärzteteam entscheiden müsse wie die Weiterbehandlung erfolgen müsse.Auf der Insel seien keine Spezialkliniken für neurologische Abklärungen und deren Behandlung möglich. Es müsse vermutlich eine Verlegung nach Madrid ins Auge gefasst werden!Mir wird grau vor den Augen und der Arzt gibt mir einen Schluck aus einer Flasche:„Ein Helfer in der Not“- meint er und nach kurzer Zeit habe ich mich wieder gefangen.Im Helikopter ist ebenfalls ein Notfallteam um Dan besorgt und ich kann über das Handy mit Cecilia Kontakt aufnehmen.„Cecilia,- Dan muss nach Funchal gebracht werden, sie ist nicht bei Bewusstsein und hat hier im Heli gute Pflege um sich.“„Der Arzt hat gesagt, dass Dan dort im Spital sofort zur Abklärung komme und das weitere Vorgehen dort festgelegt würde.“„Könnt ihr bitte auch so bald als möglich hinkommen?“„Ja,- Biene. Wir versuchen mit einem Taxi rüber zu kommen. Die Polizei ist inzwischen hier um die Unfall- und Verkehrssituation zu regeln.“„Bitte habe Mut!,- Wir sehen uns im Spital.“Nach kurzem Flug landen wir auf dem Dach des Spitals und Dan wird sofort zur Aufnahme, respektive zur Abklärung gebracht.Das beigezogene Ärzteteam erkennt sofort Dan wieder und ist erschüttert über den Vorfall und dessen Auswirkungen.„Das ist nun das Allerschlimmste, was passieren konnte. Ein neuerlicher Schock könnte unvorhersehbare Schäden verursachen.“„Einziges Gutes sei, dass sie relativ schnell in Ohnmacht gefallen sei. Das Gehirn könnte so, wenn wir Glück haben in eine Art ‚Schonzustand‘ gefallen sein.“Während ich warte, bekomme ich von Cecilia einen Anruf:„Wie geht es Dan,- seid ihr schon dort?,- Wir kommen in ca. 45 Minuten“Dann bricht das Gespräch ab und ich habe nur noch Horrorgedanken im Kopf,- alles dreht sich und ich sehe schon wieder neue Schreckensmeldungen!!!„Alles gut?“- höre ich und eine Schwester steht neben mir.„Wir haben eben einen Anruf von einer Frau Cecilia erhalten, ihr Handy Akku seileer und das Gespräch deshalb abgebrochen,- ich möchte so gut sein und Sie darüber informieren- nicht dass Sie sich sorgen. Es sei alles i. O.“Aufatmen,- ich würde nichts mehr ertragen!Wie Stunden fühle ich mich hier sitzend und möchte mich am liebsten niederlegen, da tritt einer der Ärzte aus der Aufnahmestation.Er kommt mit nichts aussagendem Gesichtsausdruck auf mich zu und bittet mich in ein Arbeitszimmer.Ich bekomme etwas Warmes zu Trinken und Brötchen angeboten, doch ich könnte keinen Bissen herunterbringen.Ich schaue den Arzt fragend an und er zeigt mir Bilder einer CT-Aufnahme und stellt fest, dass keine physiologischen Veränderungen im Gehirn festzustellen seien. Das hieße aber nicht, dass alles in Ordnung sei.Ein Schockzustand könne sehr wohl auch lediglich durch eine psychische Stresserfahrung eintreten, insbesondere, wenn eine solche einer noch nicht verarbeiteten Belastung nachfolge.3.5 Der schwere Weg zurückSylvestro und Cecilia sind inzwischen eingetroffen und befinden sich auch bald am Ende ihrer Kräfte.Sie berichten, unser Auto würde von der Feuerwehr sichergestellt und ihnen zugebracht, sobald dies möglich werde. Der Schaden müsste dann durch eine Inspektion eruiert und persönliche Effekten, wie auch noch allfälliges Eigentum, gemeldet werden.„Aber zuerst: Wie geht es Dan?“- fragen beide.Ich gebe ihnen bekannt, was ich durch den Arzt erfahren habe und teile ihnen mit, dass Dan eventuell in eine Klinik nach Madrid verlegt werden müsse.Je nachdem, was die weiteren Abklärungen nun noch ergeben würden.Bis das Ergebnis fest stünde, sollten wir nach Hause fahren. Wir würden schnellstens informiert.Im Spital hätten sie ja noch alle Unterlagen von der vorherigen Behandlung.Ein Besuch sollte im Sinne einer möglichen Beunruhigung über das Unterbewusstsein eher unterbleiben!Es sind wieder grausame Stunden.„Kommen wir denn nie wieder aus diesem Trauma heraus“- sage ich und unsere beiden Freunde nehmen mich in die Arme.Ohne weitere Worte begeben wir uns zu einem Ersatzauto, welches durch die Polizei bereitgestellt wurde und fahren in die Quinta zurück.Die geschockten Töchter begrüßen uns, auch mit Tränen in den Augen, und begleiten uns in den Vorgarten. Sie haben ein leichtes Abendessen bereitet und bitten uns, wenn es uns möglich sei, um Erklärung des Geschehens.Beide Töchter fallen in Tränen aus, als ich ihnen die Tragödie um Dan mitteile!„Nicht das auch noch,- bitte Herrgott,- lass doch nicht noch mehr geschehen!“„Lass sie bitte wieder genesen!“Die Ergriffenheit der Töchter lässt auch uns wieder den Tränen nahe kommen und Cecilia versucht diese Trauer abzulenken indem sie auf den ‚Schwan von Madeira‘ verweist und sagt:„Er hat ihr doch schon einmal geholfen, so wird er sie auch heute nicht alleine lassen!“Es scheint, als ob ihr Anruf dieser Sagengestalt auch uns beruhigen würde und wir beginnen uns wieder auf die Zukunft zu besinnen.Eine Spezialklinik mit erfahrenen Neurologen und entsprechend geschultem Personal könnte sicher nur das Beste sein für Dan und sollte dies erfolgen, wäre vielleicht eine Repatriierung in die Schweiz das Beste.Während wir über diese Möglichkeiten sprechen klingelt das Telefon und wir werden gebeten, zur Besprechung des weiteren Vorgehens in die Klinik zu kommen.Wir fahren sofort hin und werden in einem Sitzungszimmer darüber informiert, dass infolge der Schwierigkeit des Falls nur die Behandlung in einer Spezialklinik in Frage käme.Sie könnten uns lediglich die Möglichkeit von Madrid,- oder die Repatriierung in die Schweiz, nach Zürich empfehlen, da dorthin auch die Transportwege am wenigsten Zeit in Anspruch nähmen.Zürich sei indessen besser ausgerüstet und habe die bessere Qualifikation, als hier im Süden.Für mich ist es klar, Zürich ist in allen Belangen die einzige Wahl.Nur die Frage nach der Zeit, ein Ambulanz-Jet der Rettungsflugwacht zu bekommen und die Dauer des Fluges wäre noch zu klären.Die REGA sei, im Gegensatz zu den anderen Fluggesellschaften, sofort in der Lage zu starten und somit die schnellste Möglichkeit zur Überbringung der Patientin!Das lässt uns natürlich nicht lange überlegen und ich entscheide für die Überbringung durch die REGA!Der Transport wird durch das Spital organisiert, ich muss lediglich meine Unterschrift und die REGA-Gönnerdaten von Dan beibringen und das, stellen wir fest, ist bereits bei der letzten Einlieferung geschehen.So soll ich mich ab 20 Uhr im Spital einfinden und das nötigste Reisegepäck mit allen Dokumenten für uns beide mitbringen. Wir fahren zurück in die Quinta und packen in der Zwischenzeit die dringlichsten Sachen für die Rückführung zusammen. Das restliche Reisegepäck wird in den Reisebuggys durch unsere Gastgeber per Flugtransport an unsere Heimadresse versandt.3.6 Die RückkehrDer Abschied von Cecilia und Sylvestro fällt mir sehr schwer und ich verspreche ihnen, sobald wir in Zürich angelangt sind eine SMS zu senden.Auch über die weitere Entwicklung des Gesundheitszustandes werde ich sie natürlich ständig auf dem Laufenden halten.Von Cecilia und den Töchtern verabschiede ich mich noch zuhause, danach bringt mich Sylvestro wieder zum Spital. Dort ist der Transport für Dan und mich bereitsvorbereitet und wir werden um 20 Uhr zum Flughafen Santa Catherina überführt.Der Abschied von Sylvestro geht nicht ohne Tränen ab und ich bedanke mich in unseren beiden Namen bei ihm.„Liebe Biene,- es tut uns furchtbar leid, dass wir euch nicht besser helfen konnten.Wir haben uns aber entschlossen euch zu einem späteren Zeitpunkt, wann dies euch auch immer möglich würde, als liebe Gäste bei uns zu einem echten schönen Urlaub für zwei- oder drei Wochen einzuladen.“Ich kann nun nicht mehr,- und muss weinen um so viel Herzlichkeit!„Tschüss Sylvestro!!!!!!!“ - winke ich ihm nach!Um 21 Uhr ist der Rückflug bereit und wir werden kurze Zeit später im Ambulanz-Jet der REGA nach Zürich überflogen.Es ist eine liebe und sorgfältige Betreuung durch einen Arzt mit Helferin und Dan wird laufend mit allem Nötigen versorgt und überwacht. Die Werte sind, abgesehen von einer leicht erhöhten Herztätigkeit, gut und die Atmung wird lediglich durch Sauerstoff unterstützt.Der Arzt beruhigt mich und meint:„Ihre Freundin hat einfach in kurzer Zeit zu viel erleben müssen und solches kann dann schon unversehens zu Komplikationen und versagen von Körperfunktionen führen.“„Der Körper kann dann durch ein ‚Koma‘ so eine Art Schutzfunktion einschalten.“„Das müssen wir erst einmal als positiv ansehen. Der weitere Verlauf wird sich durch die Maßnahmen unserer Ärzte kontrollieren und mit den Instrumenten überwachen lassen.“Nach knapp 2 Stunden Flug kommen wir in Kloten an und werden dort in einen Helikopter verbracht, welcher uns direkt zum Universitätsspital überfliegt.Auch dort ist unsere Ankunft bereits vorbereitet und Dan wird sofort in die Notfallabteilung gebracht, während ich in einem Warteraum betreut werde.Umgehend tritt ein Arzt ein und befragt mich zu dem Vorfall. Und als ich ihm die ganze Geschichte, mit dem Flugunfall, danach dem schrecklichen Badeereignis mit Fast Tod Erlebnis und zuletzt dem Horror in einem Tunnel schildere, schüttelt er immer wieder den Kopf und sagt:„Das kann ein normaler Mensch nicht verarbeiten,- da muss das Unterbewusstsein reagieren.“„Eine solche ‚Notabschaltung‘ wie wir dies hier haben kann aber eventuell auch viel verhüten.“ – „Wichtige Erkenntnisse über den Verlauf können wir aber frühestens morgen Vormittag erwarten,- bis dahin können Sie hier bei uns verbleiben. Das wäre auch im Sinne Ihrer Gesundheit gut!“Ich danke dem Arzt und werde dann in ein Zimmer mit Betreuung gebracht.Ich bin froh,- und nach einer kleinen Abendmahlzeit und einem entspannenden Bad schlafe ich bald ein: „Bitte Dan,- lass es gut werden!“ sind meine letzten Gedanken.Am anderen Morgen, nach einem leichten Frühstück, werde ich gegen Mittag durch den Chefarzt informiert, dass alle wichtigen neurologischen Untersuchungen keine Schädigung irgendwelcher Bereiche des Gehirns ausweisen würden und auch die organischen Körperfunktionen in Ordnung seien, jedoch die Tiefe der komatischen Ebene nicht erfassbar sei.Es könne Stunden, aber auch noch Tage dauern bis sich eine Veränderung einstellen könnte.Der folgende Tag hat keine Veränderung gebracht und am 3. Tag nach der Einlieferung von Dan stellten die Ärzte eine geringe Zunahme der REM fest, was bedeuten könnte, dass das Gehirn vermehrte Aktivität aufweist.Momentan sei jedoch noch kaum mit einer Aufwachphase zu rechnen, das könne sich allerdings auch schnell ändern. Ein zu schnelles Aufwachen könnte aber auch zu einer Irritierung des Bewusstseins führen. Und das wäre auch nicht im Sinne einer Genesung!So hoffe ich täglich, ja stündlich auf die Mitteilung, dass Dan erwacht sei!Am Dienstag der neu angebrochenen Woche, es ist abends gegen 20 Uhr meldet sich auf meinem I-Phon die Klinik und der behandelnde Arzt eröffnet mir, dass Dan kurzzeitig wache Momente habe, jedoch noch nicht direkt ansprechbar sei. Es sei aber ein Hinweis darauf, dass sich das Bewusstsein in absehbarer Zeit zurückmelden könnte.Die Anwesenheit einer Bekannten würde bei solcher Gelegenheit schonend auf die Patientin wirken. Sollte ich in der Lage sein, dies zu ermöglichen, würde ein Doppelzimmer auf der privaten Abteilung bereitgestellt, damit ich vor Ort wäre beim Aufwachen!Ich überlege nicht und sage zu!Meine liebe Dan,- ich lasse dich nicht im Stich,- ich will, dass du dich beim Aufwachen wohl fühlst,- sage ich zu mir und bin in Gedanken schon unterwegs.Im Spital ist alles bereits eingerichtet und der Arzt, welcher ich am Telefon hatte erscheint um mich zu begrüßen:„Guten Abend Frau B. Ihre Freundin macht schnelle Fortschritte und wir erwarten ein effektives Aufwachen für Morgen.“„Sollte die Patientin vorerst noch verwirrt sein, gehen Sie einfach positiv auf sie ein,wenn sie konkrete Fragen stellen sollte, so beantworten Sie diese bitte erst zurückhaltend und geben noch keine Details bekannt.“„Wie ich weiß, sind Sie ja nicht ganz fremd im Klinikbereich und wissen demnach, wie man sich am besten verhält in solchen Situationen.“„Wenn das Aufwachen eintritt wird auch sofort ein Arzt vor Ort sein um Sie und die Patientin zu unterstützen!“„Ich wünsche Ihnen beiden eine gute und erholsame Nacht“Ich bin froh, so eine gute Unterstützung beiseite zu haben. Es könnte für mich doch recht schwierig werden.Es wird bereits ein wenig heller im Zimmer und da vernehme ich ein leises „Biene“ vom Nebenbett her und erschrecke!Habe ich das gehört, oder war es nur Einbildung???Doch!- Es sind tatsächlich gelispelte Worte. Wenn ich diese auch nicht verstehen kann: Dan versucht zu sprechen! Oder sind es vielleicht Erinnerungen welche aufkommen und sich an die Oberfläche richten: Ein Übergang zu Bewusstsein!?!Ich drücke den Ruf und umgehend erscheint die Stationsschwester und erkundigt sich nach unserem Befinden.Ich sage was sich ereignet hat und sie ruft sofort nach dem Arzt.Der behandelnde Arzt und ein Neurologe kommen nach kurzer Zeit. Der Tag ist bereits bis gegen 08.30 fortgeschritten. Sie beginnen mit den Untersuchungen und kontrollieren die Gehirnstrommessungen. „Das EEG zeigt eindeutige Ausschläge, was auf eine starke Zunahme der Aktivität der Gehirnregionen schließen lässt: Wir dürfen damit rechnen, dass unsere Patientin schon bald aus dem Koma heraus kommt!“Nun wird alles vorbereitet für diesen Moment: Das Zimmer wird von allem Krankenmobiliar befreit und für mich wird eine Sitzgelegenheit neben dem Bett von Dan bereitgestellt, so, dass sie beim Erwachen in Richtung Fenster, mich im Blickfeld haben kann!Es ist eine unglaubliche Anspannung, um diesen Augenblick zu erhalten. Ich weiß nicht wie ich mich verhalten muss. In welchem Bewusstseinsstand sie aufwachen wird und was sie in der Lage ist zu erkennen!!!Wieder erscheint die Zeit nicht fort zu schreiten und die Atmosphäre ist zum Explodieren geladen!Da kommt, wie aus der wohligsten Geborgenheit:„Biene,- Biene,- wo sind wir,- sind wir im Hotel,--- ich glaube mich einen Moment verschlafen zu haben!!!“„Wie spät ist es?“„Was haben wir geplant?“Ich bin komplett überfordert und brauche einen Moment, bis ich eine passende Antwort geben kann und meine dann nur:„Dan wir haben heute einen freien Tag geplant und deshalb habe ich dich ausschlafen lassen!“Die Ärzte stehen im Hintergrund und sehen sich konsterniert an, so eine Aufwachsituation haben sie sich nicht vorgestellt!Sie verlassen unbemerkt das Zimmer und begeben sich in einen Nebenraum, wo sie in der Lage wären sofort einzugreifen. Nun bin ich mit Dan alleine und kann auf Grund ihres absolut klaren und unbeeinträchtigten Verhaltens erklären, dass sie infolge eines Schocks, eingetreten durch einen Verkehrsunfall in einem Tunnel, zur Abklärung in eine Klinik geflogen wurde und wir inzwischen im UNI-Spital in Zürich seien.„Zürich,-?“„Aber ich habe doch nichts mitbekommen!“„Ja,- Durch den Schock musstest du mit Medikamenten gestützt werden und da beim dem Unfall Brandgase entstanden musstest du zur sicheren Abklärung in eine spezialisierte Klinik überbracht werden. Da entschloss ich mich für Zürich.“„Für dich durfte es nur die Beste sein!“ „Und du musst so schnell wie möglich wieder mit mir auf Wanderschaft!“Die Ärzte treten ein und ich kann sie, fast wie gelähmt, Dan nur noch kurz vorstellen.Sie bemühen sich sofort unverfänglich um Dan und die Schwester hilft mir für einen Augenblick aus dem Zimmer.„Das war oberste Klasse,- wie Sie das gemacht haben. Das hätten wir nicht so souverän durchgezogen,- ‚Hut ab‘“Die Ärzte rufen mich ins Zimmer und beglückwünschen uns zu diesem Wunder,- wie sie sagen und vereinbaren für den nächsten Tag eine gemeinsame Information, nachdem eine weitere Untersuchung diesen Zustand hoffentlich bestätigt haben würde.Den Tag verbringen Dan und ich dann gemeinsam um das USZ und gönnen uns neben einem guten Kaffee schöne Sonnenstrahlen und einen ruhigen Nachmittag.Dan kann dazwischen eine kleine Pause einlegen, in welcher sie sich wieder etwas erholen kann. Der Tag ist für sie doch etwas anstrengend geworden mit den vielen Eindrücken, obwohl sie unerwarteter Verfassung ist.Wir haben vereinbart, dass wir das Nachtessen in der Klinik einnehmen um uns danach noch näher über das Geschehen zu unterhalten.19 Uhr, das Essen war gut und wir erhalten vom Restaurant-Service noch einen Dessert mit Kaffee.Das Zimmer hat einen kleinen Balkon wo wir es uns gemütlich machen.Die Kontrolle durch den leitenden Arzt hat nichts Negatives ergeben und Dan ist guter Laune. Sie verspürt auch keine Nachwirkungen von der Komasituation.Biene,- es ist kaum zu glauben, aber ich kann mir einfach nicht vorstellen, dass ich so lange ausgesetzt haben soll. Mir ist einfach, als ob ich gerade von einem Traum aufgewacht wäre!„Was hast du denn geträumt“, frage ich Dan und erhalte, nach einem kurzen Nachdenken ihrerseits die Antwort:„Vom Meer!“ Und mich, Biene, erfasst ein riesiger Schreck!!!„Bitte Dan,- sprich nur über etwas, das dich nicht zu sehr aufregt!“„Aber sicher. Ich träumte wir schwammen auf das Meer hinaus und ich wurde plötzlich von dir getrennt, so dass ich dich aus den Augen verlor.“ „Ich habe dann versucht die Küste zu erreichen, wobei ich von weitem eine Gruppe von Schwänen sah. Ich nahm die Richtung an und schwamm genau dahin denn dahinter konnte ich eine Landzunge erkennen, welche zu unserer Insel gehörte.“„Ich musste abgetrieben worden sein, aber ich schwamm mit der Strömung und konnte nach einiger Zeit gegen Land kommen. Ich weiß noch wie ich Kiesel verspürte welche mich an den Beinen kratzten und ergriff Grasbüschel!“„Danach weiß ich nicht, ob dieser Traum noch weiter ging!“ (fasst sich unbewusst an die Beine)!„Was hast du,- fragt Dan und ich muss einen Moment überlegen, wie ich auf diese ‚Traumschilderung eingehen soll. Schwierig jetzt nicht falsch zu reagieren!„Da hast du aber einen komischen Traum durchlebt, manchmal kann man Träume von echten Erlebnissen kaum unterscheiden, Dan.“„Ja,- komisch ist nur, dass dieser so realistisch war. Ich hatte genau das Gefühl durch Wasser zu gleiten! – Ich komme nicht richtig von diesen Empfindungen los!“Um Dan ein wenig von diesem ‚Traum‘ abzulenken frage ich sie: …………„Weißt du noch wie unser Hinflug verlief und wie fein wir danach durch Sylvestro und , --- ach,- wie hieß sie noch, die Frau von…. Dan unterbricht mich und sagt: „Cecilia“!,--- Lacht und macht sich lustig über meine ‚Vergesslichkeit‘!Nun bin ich dermaßen perplex, dass ich mir die Tränen nicht mehr aus den Augen wischen kann ohne dass dies Dan sehen kann.„Oh,- bitte entschuldige: Ich wollte dich nicht kränken,- hab ich nicht so gemeint,- sei nicht böse!“Ich nehme sie in die Arme. Wenn sie wüsste, was dieses ‚Cecilia‘ für eine ‚Erleuchtung‘ oder besser gesagt ‚Entlastung‘ bedeutet!!!Dan hat das Gedächtnis bis zur Gegenwart wieder erhalten!!!„Ich bin soooo glücklich“,- sage ich und drücke sie fest!„Hallo: ---- Was ist mit dir los, -ich bin dir ja nicht abhandengekommen!!!“„Weist: Ich habe mir gerade vorgestellt, wie das bei mir gewesen wäre, wenn dies Wirklichkeit geworden wäre!“ sage ich zu ihr und sie tröstet mich:„Biene: Es wäre ja auch dann gut ausgegangen!“ Ich weiß es: Der Schwan hat es mir ges…………, (sie stutzt und meint) ach was: - „Lass uns über die schönen Tage mit Cecilia und ‚Sylvestro‘ reden (schmunzelt), du siehst ich bin noch nicht vergesslich!“ ---- wie du!!!Sie scheint effektiv wieder voll da zu sein und erst noch besser als zuvor!Da muss ein doppeltes Wunder geschehen sein:Dan hat sich von dem Koma voll erholt und: was noch unglaublicher ist: auch den ersten Schock nach dem Badeunfall überwunden (wenigsten im Unterbewussten).Darüber muss ich morgen vordringlich mit den Ärzten sprechen, bevor Dan zur Untersuchung muss.Am Morgen treffe ich den Arzt und erzähle ihm, was gestern Abend noch alles passiert ist.Er ist nur wenig erstaunt und meint:„ Sehen Sie: Die Natur ist uns Menschen immer wieder einmal voraus,- seien wir ihr dankbar dafür und nehmen wir das Geschenk an.“Es kommt vor, dass ein erneutes Schockerlebnis die Blockade eines zuvor Bestandenen löschen kann, wie wenn bei der EDV eine Verschlüsselung aufgelöst wird. Das nennt man dann eine ‚Reversible Funktion‘!Die Untersuchung verläuft vollends zur Zufriedenheit und nach einem Tag Beobachtung dürfe Dan das Spital verlassen. Eine weitere Kontrolle stehe in einer Woche an.Nach dem augenblicklichen Stand der Situation, bestehe keine Gefahr eines Rückfalls.„Sie müssen sie im Auge behalten und sollten sich Veränderungen zeigen,- bitte sofort berichten.“„Sprechen sie die Geschehnisse nur sehr zurückhaltend an und immer nur mit ihrem Verständnis, oder besser noch nur auf Nachfragen ihrerseits!“ Ich bedanke mich für die Hilfe und Betreuung durch das Personal und begebe mich zu Dan.„Biene,- hast du gehört, ich bin endlich wieder gesund und frei von allem Stress!“„Ja,- Dan. Wir können wieder planen.“„Erst gehen wir heute Abend in die Stadt und erholen uns von diesen Erlebnissen!“Wie immer gebe ich Cecilia und Sylvestro umgehend Bescheid und grüße die beiden herzlich!Glücklich Back!

16.6.16 15:38, kommentieren

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Schleuderspuren: Kapitel 2

2. Kapitel2.1 Begegnung mit der Blumen-InselAm Tag nach unserem Horrortrip sitzen wir auf der Veranda unseres Hotels und versuchen die wunderschöne Aussicht über die Landschaft zu genießen. Doch die Ereignisse des gestrigen Tages lassen uns noch nicht zur Ruhe kommen.Solche Eindrücke und die Gewissheit, gerade noch einmal mit dem Leben davon gekommen zu sein wirken tief in das Unterbewusstsein und verlangen nach Nachverarbeitung. Doch dafür war unser Ferienaufenthalt eigentlich absolut nicht vorgesehen.Biene hat sich ein leichtes, wunderschönes Frühlingskleid zugelegt, passend zu der lieblichen Natur welche hier in aller Farbenpracht ihre unnachahmliche Schönheit entfaltet und in welcher man sich aller Lasten und Bedrängnissen enthoben fühlen muss. Es ist, als ob diese Fülle aus Vollkommenheit einem in die Arme schließen würde und sich anbietet, in das Innerste aller Naturverbundenheit einzufließen um die ganze Welt und das Universum in sich aufgehen zu lassen!!!„Wo sind deine Gedanken?“Spricht sie mich an und ich bin fast erschrocken, mich hier wieder zu finden.„Ich war eben einen Moment dieser Welt enthoben mit den wunderschönsten Bildern welche uns diese Natur hier bietet.“„Es kommt mir wie eine Entschädigung dafür vor, was uns gestern zugestoßen ist“,- gebe ich zur Antwort. Und: „Wäre wohl das Jenseits auch so vollkommen zu erfahren gewesen, wie diese gerade erlebten Bilder vor meinem inneren Auge wenn das Unglück den Tod gebracht hätte???“„Bitte hör auf damit, du musst abschalten,- wir sind hier und ich will mit dir schöne Tage hier verbringen mit viel Freude an der Schönheit und der Kraft welche uns hier entgegenströmt!“Sonderbar, denke ich. Hatte doch ich gestern ihr Mut zugesprochen, als sie sich verletzlich fühlte.Und nun ist es gerade das Gegenteil:Sie ist voller Zuversicht und strahlt eine Stärke aus, welche ich ihr nie zugetraut hätte.- Oder hatte ich bisher diese Frau einfach nicht gekannt.Schön,- eine solche Freundin zu haben. Uneigennützig und im richtigen Moment hier zu sein,- das ist wie die Vervollkommnung meiner vorangegangenen inneren Bilder von der Einheit des Universums.So müsste wohl tatsächlich der ‚Garten Eden‘ aussehen!Aber bitte entschuldigen Sie, liebe Leserin/lieber Leser, - da bin ich nun wirklich einen Moment ‚ausgetreten‘.Doch manchmal kann man der Welt nur entrinnen, wenn solche Gedanken einem entführen.Ist es dann nicht so, als ob solche Momente, wie man so sagt: ‚Balsam für die Seele‘ seien?„Bist schon wieder weg?“, sagt Biene, während sie sich an den Tisch setzt.„Ich hatte letzte Nacht auch so eine Erfahrung; Ich hing in einem Korb an einem Ballon, welcher langsam hoch über den Boden hinweg glitt. Das Seil war im Begriff sich Faser für Faser aufzuwinden, doch die einzelnen Zwirne rissen nicht sondern wurden immer länger und länger, bis sich der Korb dem Boden näherte und es mir möglich wurde den festen Boden zu betreten!“„Dieser aber war öde und ausgetrocknet,- wie eine Wüste! Doch am Horizont winkten farbenprächtige Oasen zu denen ein schwach getretener Pfad hinwies!“„Ist es nicht sonderbar: Wenn wir in unserem gewohnten Umfeld sind, haben wir nicht einmal im Traum Zeit für solche Gedanken und wenn uns dann einmal eine so schicksalshafte Passage des Lebens ereilt sind sogar die Träume,- oder wie bei dir die Tagträume, eine Art Ventil welches uns zum Öffnen unseres Geistes führt, um uns die Gelegenheit zu geben, einen weiteren Horizont zu erfassen!“„Ich glaube zu verstehen, erwidere ich, dass beide Erfahrungen, deine Biene, wie die meinige, uns zeigen sollten, dass wir hier die Gelegenheit nutzen sollten in dieser Umgebung unsere Empfindungen zu weiten um die volle Intensität dieser Natur auf uns einwirken zu lassen.“„So eine Art mit den Ohren sehen und mit den Augen hinhören um die feineren ‚Töne‘ mitzubekommen, welche uns die Natur versucht zum Verstehen zu geben?“„Genau Dan, aber nun genug philosophiert,- Was haben wir für heute geplant?“2.2 Endlich FerienAngesagt ist die erste Wanderung. Wir haben uns vorgenommen, zum Einstieg eine Wanderung durch ein Gebiet zu machen, bei welcher uns die unterschiedlichen topografischen Gegebenheiten der Landschaft erkennbar werden und wir somit die weiteren Tage detaillierter unter die Füße nehmen können. Vorausgesetzt, das Wetter unterstützt unsere diesbezüglichen Pläne.Unterstützung für die Tagesetappen werden wir uns vor Ort durch Wanderführer oder das Hotelpersonal holen.Wir haben geplant, während der ersten Woche das Meer am Strand zu genießen und in der 2. Woche die Insel und deren Schönheiten zu erwandern.Um einen Überblick zu erhalten führt uns ein Guide, welcher vom Hotel jeweils gestellt wird, per Fahrzeug die Insel vor Augen und schildert die Möglichkeiten und besonders empfehlenswerten Touren welche einen guten Einblick über die Insel ergeben können.Anschließend, bei einem Abendessen (gesponsert durch den Tourismusverein) zeigt er uns mittels Karten und Tagesplänen einige Wahlmöglichkeiten und empfiehlt Fahzeugwahl und Fahrbesonderheiten für solche Unternehmungen.Wir werden auf spezielle Gefahren bei solchen Unternehmungen hingewiesen, aber auch auf kulinarische Köstlichkeiten, schöne Gaststätten und Aussichtspunkte. Für Unterstützung und weitere Hilfe empfiehlt er, ganz ‚uneigennützig‘ aber unaufdringlich, seine Dienste!Pedro de Madeira; die Karte finden wir sorgsam diskret beigefügt in der Faltung der Wanderkarte welche er uns bei der Verabschiedung abgegeben hatte.Irgendwie hat dieser Mann nicht die gewohnten Allüren, wie sie entsprechende Guides sonst an sich haben. Er ist absolut seriös und macht keine Anstalten sich anzubiedern, oder uns zu umgarnen, damit er seine Geschäfte, oder anders gesagt seine Börse aufbessern kann. Auch auf Amüsements sind die meisten doch aus.2.3 Der erste AbendUm uns etwas einzustimmen haben wir beschlossen, in einem guten Restaurant etwas von den einheimischen Angeboten zu probieren und dazu ein feines Glas Wein aus der Gegend zu genießen.Alle Schrecken des vergangenen Tages lassen sukzessive von uns ab und wir nehmen uns Zeit, unser Outfit locker, jedoch seriös zu gestalten. Die Insel soll ja auch von uns einen ersten guten Eindruck erhalten.An der Rezeption haben wir den Tipp erhalten gegen Abend den Naturschwimmbecken ‚Pocas do Gomes‘ an der Rua Ponta Cruz, Estrada Monumental, einen Besuch abzustatten und uns danach im darüber liegenden Restaurant ‚Doca do Cavacas‘ von den angebotenen Fischspezialitäten überraschen zu lassen. Diese Adresse sei international bekannt für deren Superioren Service und Qualität.Besondere Bewunderung löse immer der wunderschöne Anblick des Sonnenuntergangs über dem Meer aus, welcher aus dem Lokal ungetrübt miterlebt werden könne.Das, nach einem feinen Essen und dem wohlgewählten Glas südlichen Rebensaftes, sollte uns vollends entschädigen für die Schreckensmomente tagsüber und später für einen guten Schlaf sorgen.„Bist du soweit, Biene, frage ich nach und bin erstaunt ein „Noch nicht,- fünf Minuten“ zu hören. Ist sie doch sonst immer diejenige, welche schon vor der Türe steht, bevor ich richtig angefangen habe. „Kommst du bitte, ich habe meinen Reißverschluss verhakt, ich kann den Stoff nicht herausbringen und die Schadstelle ist mitten am Rücken!“Immer dasselbe: Wenn man einmal ein Kleid anzieht um den Abend schön zu gestalten passiert so was Dummes. Hoffentlich hat das verflixte Ding den feinen Stoff nicht zu Schaden gebracht. Habe ich mir doch speziell für diese Ferien ein feines azurblaues Tüll Teil zugelegt um der Atmosphäre Rechnung zu tragen. Für so einzelne Tage/Abende während unseren Ferien möchten wir dann auch einen Beitrag zur Schönheit des Lebens leisten. Mit der Schönheit der Blumen, wie sie hier angepriesen werden können wir vielleicht nicht gerade mithalten, jedoch darf die Schönheit aus unseren Herzen über unser Erscheinen Ausdruck geben.Wow,- Dan, entfährt Biene der Anblick meines Kleides;- „Wo hast du denn dieses Wunderstück aufgetrieben?“Ich bekomme leicht verschämt etwas ‚Hühnerhaut‘ über den Rücken zu verspüren und erröte fühlbar über das Kompliment. Wenn das ein Mann sagte, würden wohl die Knie fast in’s Flattern geraten!„Eine Butike in Bern hatte meine Aufmerksamkeit erregt als wir das letzte Mal dort waren und so musste ich später nochmals hin.“Bei uns sind bald nur noch so Modeketten aktuell und diese konkurrenzieren sich gegenseitig nur noch im Preis. Ausgefallenes kannst du nur noch in Einzelgeschäften finden, welche sich über Ausgefallenes oder Einzelstücke profilieren.„OK,- gut gegangen, der Verschluss ist gerichtet und deine Erscheinung gerettet. Eigentlich sollte ich den Schaden komplettieren, damit du mir nicht die ‚Schau stehlen‘ kannst, aber du weißt ich bin nicht schadenfreudig genug sowas zu tun!“„Trotzdem bin ich fast etwas neidisch auf dich, ich hoffe, du nutzt dies nicht aus!“„Ich freue mich dir zu gefallen, du bist meine ehrlichste Freundin: So fast mein Spiegel welcher mich nie belügen kann!“ „Das ist ein Kompliment ersten Ranges an dich“„Also lass uns gehen, mir fällt der Magen mit seinem ‚Geknurre‘ auf die Nerven. Ich muss unbedingt etwas dagegen tun.“Wir verlassen unser Hotel und begeben uns in Richtung der Ponta Cruz im Stadtteil SAO MARTINHO. Es ist noch zu früh am Nachmittag um direkt zum Restaurant zu gehen, deshalb machen wir noch einen kurzen Abstecher zum Jardim Panoramica.Wie im Stadtführer vermerkt ist der Eintritt, wie übrigens in vielen Parks, frei und die Pflanzen sind jeweils botanisch gekennzeichnet.Auf sorgfältig gepflegten Wegen sind die Anlagen begehbar und die Pracht der Vegetation ist unbeschreiblich.Inmitten dieser Natur bewegen wir beide uns, mit unseren bunten und naturfarbenen Kleidern, wie zwei von den Sonnenstrahlen erweckte Falter, welche wippend mit ihren filigranen Flügeln den nächsten und verlockenden Fleck des Parks anstreben. So leicht wie diese fühlen wir uns in dieser Umgebung auch und die Gefahr, den Gedanken freien Lauf zu lassen, lässt uns beinahe die Zeit vergessen. Wie dem zu entgegnen, springt unversehens eine scheue Katze grazil über den Weg und verschwindet in einem der Lorbeerbüsche gegenüber.Da es gegen 17.30 Uhr geht lenken wir unsere Schritte in Richtung der besagten Naturschwimmbecken und sind, dort angekommen, toll überrascht, von den Pools. Diese sind effektiv von der Natur durch das Wasser in die Felsen ausgewaschen worden und bilden eigentliche Becken, welche wie durch Strudel, jedoch vom offenen Meer indirekt abgegrenzt, aufgefrischt werden. Ein Anblick welcher jeden menschlichen Könnens den Rang abläuft.Nach diesen anregenden Eindrücken begeben wir uns zum darüber gelegenen Restaurant.Die Anpreisung ist keinesfalls übertrieben: Das Lokal ist den Spezialitäten entsprechend, stielgerecht, aber subtil eingerichtet und lässt einem bereits alle Gaumenfreuden vorstellen. Fischgerichte sind auf dieser Insel natürlich ein Muss und entsprechend sind wir gespannt auf die Menu-Ankündigungen.Durch die Rezeption im Hotel haben wir uns einen schönen Platz reservieren lassen und sind voller Erwartung auf den Ausblick über das Meer, wo vielleicht die Schwesterinsel Porto Santo erblickbar sein könnte. Laut Karte ist diese in ca. 1.5 Schifffahrstunden entfernt gelegen.Der Kellner bringt uns zu einem, in den Landesfarben, sorgsam gedeckten Tisch an einer großen Fensterfront wo der Blick uneingeschränkt über den weiten Atlantik schweifen kann. Man erhält dadurch beinahe das Gefühl sich selbst auf dem Wasser zu befinden!„Wunderschöner Sonnenuntergang direkt in dieser Richtung“ erklärt er und strahlt, ob er selber die Sonne darstellen würde. Wir nicken freundlich und setzen uns an diesen Aussichtspunkt. Der Tisch ist, perfekt dem zu erlebenden Schauspiel entsprechend, in einer flachen Dreiecksform angelegt, so, dass sich die Gäste gegenseitig im Blick halten können, jedoch nicht den Kopf verdrehen müssen, um miterleben zu können wenn der absinkende Stern hinter dem Horizont verschwindet.Diskret hat sich der Kellner etwas in den Raum zurückgezogen, um uns dem Eindruck dieser endlosen Weite gewahr zu werden. Wir brauchen tatsächlich einige Momente, um mit unseren inneren Dimensionen diesem Panorama gerecht zu werden.„Wir sind erfreut, Sie als unsere Gäste begrüßen zu dürfen und wünschen Ihnen einen erfreulichen und angenehmen Aufenthalt in unserem Hause“, spricht er uns in perfektem Deutsch an und: „Die Geschäftsleitung lässt Ihnen einen herzlichen Willkommensdrink zukommen und wünscht einen eindrucksvollen Abend: Wir haben ein Arrangement mit unserer lieben Sonne, dass sie sich über einem klaren Horizont von Ihnen verabschieden kann.“Mit besonderem Charme fügt er hinzu: „Dieser Tisch ist nur für unsere besonders lieben Gäste reserviert“,- und zwinkert uns verschmitzt zu.Biene und mir wird richtig leicht um’s Herz und wir lächeln uns verständlich zu: ‚Endlich haben uns die richtigen Stunden erreicht und wir sind einfach da, wo alle Welt versinkt im Universum der Vollkommenheit‘.Zum Aperitif bestellen wir uns einen Madeirawein, welchen wir uns von unserem Kellner empfehlen lassen und haben richtig Lust, uns auf einen besonderen Abend eizustellen. „Einen sehr exklusiven Wein aus unseren besten Lagen über den Klippen von Calheta darf ich Ihnen anbieten, er hat die Sonne in seinen Charakter aufgenommen und gibt sich in lieblich feiner Note“„Sehr gut gewählt“,- bedeutet er und erkundigt sich nach weiteren Wünschen: „Darf ich Ihnen ein leichtes Aperogebäck, altes madeirisches Rezept, anbieten?“Gerne, antworte ich und kann nicht umhin, ihn nach seinen guten Deutsch-kenntnissen zu fragen.Leicht verlegen, den Stolz diskret verbergend, antwortet er: „Meine Mutter war Schweizerin und ich durfte als Kind dort die Schule besuchen.“„Das spricht natürlich für Sie“ gebe ich anerkennend zurück und „wir haben das Glück Sie hier anzutreffen.“Mit der Contenance eines bestausgebildeten Servicefachmannes zieht er sich zurück und lässt uns das Angebot genießen.„Ist wirklich vorzüglich“ sage ich zu Biene und nehme ihr die Worte anscheinend aus dem Munde. „Wollte ich gleich sagen: nicht nur der Wein ist gut,- der Kellner ist noch besser!“- meint sie und wir haben endlich wieder etwas zu lachen.“„Dieser Abend soll unseren Ferien als Pate dienen und die kommenden Tage tragen“ spreche ich zu meiner Freundin und möchte uns damit dies zum Motto geben.„Ich bin überzeugt, nach einem solch schönen Einstieg können nur noch weitere tolle Tage kommen,- komm: lass es uns genießen,- wir sind zum heutigen Zeitpunkt nur einmal hier, Dan!“Inzwischen hat sich der Stand der Sonne wesentlich dem Horizont genähert und die Intensität der Helligkeit verändert sich von Minute zu Minute. Das grelle Licht der kräftigen Sonne hoch über dem Horizont, wandelt sich sukzessive über ein helles gelb zu einem samtfarbenen gold bis zum leichten rosé eines lieblichen Weines um danach zum ockerfarbenen Ball einer tiefglühenden Glaskugel zu wechseln, welche von einem Glasbläser aus dem Feuer genommen wird um die gewünschte Form zu erhalten.Ein Ball dem wir alle und alles unser Leben verdanken und ohne diese Kraft wir nur aus totem Material bestünden,- oder eben nicht bestünden!!!„Hat Ihnen der Apero geschmeckt?“Wir nicken anerkennend und fragen nach dem empfehlenswertesten Fischgericht. Es sollte jedoch für unsere Gaumen nicht zu exotisch sein, er kenne ja demnach unsere Geschmacksrichtungen. Allerdings wäre eine heimische Note schon erwünscht.Auch für die Beilagen würden wir gerne die ortsüblichen Produkte bevorzugen.„Da möchte ich Ihnen einen vorzüglichen ‚espada‘,- einen Degenfisch empfehlen. Er gilt neben anderen Fischarten als Säule der Inselküche und wird neben Kartoffeln, auch heimisch mit milho frito, eine mit Kräutern gewürzte- in Würfel geschnittene Maispolenta, und Gemüse serviert.“„Dieses Gericht ist sehr gut anerkannt und gibt keinen Anlass zu Unverträglichkeiten. Es wird von Mitteleuropäern allgemein sehr geschätzt.“Wir entschließen uns, der Empfehlung Folge zu leisten und bestellen uns einen passenden Wein dazu. Wir haben inzwischen so viel Vertrauen in die Kenntnisse unseres Kellners gefasst, dass wir überzeugt sind, auch damit gut bedient zu sein.Noch immer beeindruckt vom tollen Schauspiel des Sonnenuntergangs schwärmen wir von den uns bevorstehenden Möglichkeiten, die Insel für uns zu erobern!Von diesen Gedanken losgerissen bringt unser Service den Hauptgang und unsere Augen werden groß und grösser: Was uns da vorgetragen wird ist eine Symphonie von Farben und Essbarkeiten, so dass es uns schwerfällt, dies zu zerstören. Doch die Gerüche regen den Magen und die Sinne dermaßen an, dass das Zustechen nicht zu verzögern ist. Einfach einmalig, dieser Genuss und welches Gefühl der Wohligkeit!Den Punkt auf das bekannte ‚i‘ bildet der gereichte Tropfen eines Weines, welcher in der herrlichsten Sonne dieser Region gekeltert wurde: Eine Herrlichkeit alleroberster Qualität!„Biene,- meine Liebe,- wo befinden wir uns? Sind wir im siebten Himmel der Gaumenfreuden angelangt oder in einem anderen ‚Film‘ ?,- was sagst du zu diesem Königsessen?“„Ich bin, wie du, begeistert und kann mich einfach nur noch dem himmlischen Genuss hingeben!“„Prosit, Dan: Auf eine wunderschöne Zeit auf Madeira!“„So soll es gelten!“„Schöne Frauen sollte man nie alleine lassen“,- ertönt plötzlich eine Stimme aus dem Hintergrund und als wir uns umwenden steht da unerwartet unser GUIDE vom Mittag.„Wie kommen Sie hierher zu dieser Zeit? entfährt es mir und gleichzeitig sehe ich eine wunderschön gekleidete jüngere Begleiterin an seiner Seite.„Darf ich vorstellen,- meine Frau,- Cecilia.“„Cecilia, darf ich dir meine beiden Touristinnen vom Vormittag vorstellen, von welchen ich dir erzählt habe.“Und zu uns gewendet: „Bitte verzeihen Sie, Sie hatten mir einen so enorm freundlichen Eindruck gemacht als ich Sie in unsere Welt einführen durfte, dass ich dies meiner Liebsten erzählen musste. Nicht alle schätzen unsere Dienste dermaßen offen. Oft werden wir lediglich als bessere ‚Portiers von Madeira‘ bezeichnet und das schmerzt manchmal, aber jeder muss halt seinen Job machen, wenn er überleben will.“„Freut mich; sagt Cecilia,- mein Mann erzählt mir gerne, wenn er gute Erfahrungen gemacht hat. So kann ich seinen Job auch besser verstehen und ihn bei schlechten Tagen unterstützen.“Wir sind von den beiden herzlich angetan und bitten sie, bei uns Platz zu nehmen.Beide sind so ungefähr in unserem Alter und wie es scheint glücklich verheiratet.Sie nehmen an und wir verbringen einen schönen Abend mit vielen Tipps und erhalten auch noch eine Einladung zu ihnen, bei der dann auch sein Zwillingsbruder Sylvestro mit Frau und zwei Kindern zugegen sein werden.Die Einladung ist durch beide so freundlich und ehrlich ausgesprochen worden, dass wir keinen Anlass sahen uns dieser zu verweigern.Wie wir noch erfahren haben sei Sylvestro Chef des Inseldistriktes der portugiesischen Polizei, welcher auch das Fremdenverkehrs-Ressort untersteht und somit Ranghöchster Vertreter des Staates auf Madeira.Mit diesem unerwarteten Abschluss des Abends haben wir nicht gerechnet und verabreden uns auf den kommenden Mittwoch, abends 18 Uhr bei ihnen zuhause.Dieser Abend beschäftigt uns auch weiterhin noch auf dem Weg zum Hotel.„Wirklich ein nettes Paar, “, sagt Biene und ich stimme ihr zu.„Da sind wir kaum 12 Stunden auf der Insel und schon haben wir zwei so angenehme Menschen kennen gelernt. Sie gefallen mir auch gut und ich könnte mir vorstellen, nähere Kontakte zu ihnen aufzubauen. Vielleicht kommen sie einmal in die Schweiz, dann könnten wir sie bei uns begrüßen.“„Na, ja: so schnell fahren wohl auch hier die Züge nicht, aber du hast recht. Man weiß ja nie wen man wo und wann wiedersehen kann. Meist die unwahrscheinlichsten Zufälle. Aber ich könnte mir dies auch vorstellen, ich finde sie auch sympathisch.“„Genau, und man weiß ja nie, wann man in einem fremden Land einmal Ansässige brauchen könnte. Sei es nur um bei einer Panne Hilfe zu erhalten. Die Wege sind hier ja kurz und man ist relativ schnell an fast jedem Ort.“Im Hotel angelangt werden wir durch den Portier freundlich begrüßt und nach eventuellen Wünschen gefragt. --- und: ---------Hinter vorgehaltener Hand verrät er uns noch: Der Guide, welcher uns im Namen der Insel als ‚Pedro de Madeira‘ eine kurze Einführung gegeben habe sei in Wirklichkeit Chef der Fremdenverkehrspolizei ‚Capo Sylvestro Zarco‘ und mache sich manchmal den Spaß, sich unter die Gäste zu mischen, um die Stimmung und deren Wünsche zu hinterfragen. So könne er auch die Arbeit der Tourismusbetriebe übersehen.—„Finde ich gut, aber bitte nichts weitersagen“!Dann wünscht er:„Eine recht gute Nacht und ‚süße‘ Träume“Es überrascht uns bald nicht mehr, wenn hier Deutsch gesprochen wird und so nehmen wir auch diese Freundlichkeit mit einem Lächeln zur Kenntnis.Auf meinem Zimmer nehmen wir noch einen ‚Gute Nacht‘ Drink und lassen diesen Tag noch einmal Revue passieren, beschränken uns dabei aber auf die schönen Dinge!Wir verabreden uns für Morgen auf 07.30 Uhr und Biene geht auf ihr Zimmer.2.4 Der Tag danachDie Sonne lässt einen rosa Schimmer durch die Augenlieder dringen und ich brauche keinen Wecker, um die Augen zu öffnen.Bei einem ausgedehnten Frühstück mit großem Angebot und vielen Köstlichkeiten besprechen wir den heutigen Tag.Wir haben uns vorgenommen, erstmal die Insel von der Sonnenseite zu genießen und uns dem östlichen Teil zuzuwenden, speziell den Sandstrand bei Macchio zu besuchen um so richtig die Sonne genießen zu können. Den feinen weißen Sand durch Zehen und Finger fließen zu lassen und den Gedanken freien Lauf zu lassen. Im südlicheren Teil Madeiras sei noch Calheta mit einem solchen Sandstrand gesegnet, wobei im Allgemeinen die Strände auf der Insel vorwiegend aus Kieselbetten bestehen.Der Sand bei den erwähnten Gebieten sei, so wird aus verschiedenen Quellen berichtet, aus Marokko importiert. Die Schwesterinsel Porto Santo weise hingegen praktisch nur Strände aus eigenem feinstem weißem Sand auf.Mit einem Taxi lassen wir uns in kurzer Zeit dort hinfahren und erleben schon bald die herrlichste Strandlandschaft. Die Ausdehnung ist groß genug, dass die Sonnenhungrigen einander nicht auf den Füssen herum tanzen müssen und vorbereitete Liegeplätze sind ebenfalls vorhanden.Doch kaum haben wir die Decken ausgebreitet spricht uns ein Strandwächter an:„Do not go into the Sun without creams! It’s high dang……”“Oh,- Swiss-Peopels”,- bricht er gleich ab und meint mit strahlendem Lächeln:„ … ist sehr gefährlich weil Sonne brennen Haut“Wir lachen freundlich und meinen: „OK,- wir kennen diese Sonne und die Gefahren, aber vielen Dank für die Warnung.“Er erkundigt sich noch, ob wir einen Wunsch nach Getränken oder einer fruchtigen Erfrischung haben.Eine kühle Melonenbowle wäre jetzt fein meine ich und er macht sich auf den Weg.Kaum gesagt steht er bereits wieder vor uns, präsentiert das Glas und steckt einen Eiskühler in den Sand. „Bezahlen können Sie beim Verlassen des Parks“; und schmunzelnd: „Ich habe sie in den Augen,- bin auch noch Rettungsmann von Stadt.“So viel Aufmerksamkeit hätten wir nicht erwartet und vor allem das Vertrauen gegenüber den Gästen lässt uns staunen.Bei dieser Betreuung dürfen wir uns ruhigen Gewissens dem ‚Süßen Leben‘ hingeben, ohne Angst haben zu müssen, es würde uns jemand belästigen.Die Temperatur ist um die 27˚C und im Wasser wird gegen 22˚ gemessen.Also nichts wie weg und den Atlantik genießen!Wir spurten zum Wasser und fühlen wie das Kühle unsere Füße und Beine umfängt - so eine Wohltat! Kaum erfasst, ist Biene bereits im tieferen Wasser und ich tauche hinterher. Wir fühlen uns wie die Fische und kurven um uns herum als ob wir wieder im Schulbecken wären.Einfach herrlich, sich wieder einmal so richtig frei von allen Drängen zu fühlen. Nur Wasser kann dieses Gefühl vermitteln: So leicht, wie beflügelt sich zu bewegen und gleich einer Robbe die Wellen zu durchpflügen! Eine elementare Transmission fast zu sagen, nur dass uns die Wendigkeit einer solchen fehlt.Aber das lässt uns dennoch fast die Zeit vergessen. So verspielt haben wir uns relativ weit vom Strand wegtreiben lassen und stellen plötzlich fest, dass die Sonnenschirme und die Bauten am Ufer inzwischen ziemlich klein geworden sind!Ich sehe mich um und mit Schrecken erkenne ich, dass ich Biene nicht sehe!Wo ist sie geblieben?Ich beginne nach ihr zu rufen und versuche durch hochspringen einen weiteren Bereich um mich zu überblicken, doch ich kann sie nicht sehen!Panik!!!Nein,- rede ich mir zu. Panik ist nicht angesagt. Dies ist nicht der Weg zum Zurück!Nachdem ich mich mehrmals vergewissert habe, dass Biene nicht in meinem Bereich zu sehen ist und das Wasser doch relativ ruhig ist, muss ich davon ausgehen, dass sie eher weiter zurück geblieben ist und vielleicht dort nach mir Ausschau hält.Ich beginne mich zu ärgern und verstehe nicht wie dies geschehen konnte, wir hatten doch stetig Kontakt zueinander. Ausgenommen als ich eine Welle unterschwamm, um mir einen Spaß zu machen und mich etwas weiter von ihr entfernte.Aber so schnell kann man doch nicht mitten ins Meer hinaus treiben!Oder vielleicht doch?Jedenfalls sehe ich ja den Strand noch und Biene kann nicht weiter draußen sein als ich.Also nichts wie weg von dieser Weite da hinter mir und voll Crawl nur noch auf das Land zu!Während ich schwimme versuche ich laufend die Umgebung nach Biene abzusuchen und glaube stets gegen mehr Widerstand schwimmen zu müssen.Ich bin froh zu wissen, dass Biene eine ausgezeichnete Schwimmerin ist und allfällige Risiken genau einzuschätzen weiß. So bin ich sicher, dass sie die richtigen Schlüsse zieht, sollte sie feststellen, dass ich abgetrieben werden könnte.Zum Teufel - ist denn dieses verdammte Meer so heimtückisch! Hat es doch so friedlich dagelegen!Meine Gedanken sind messerscharf und ich kann beruhigend feststellen, dass die Felsen im Osten der Insel noch sehr weit rechts liegen und ich langsam doch etwas näher gegen die Küste hinkomme. Gleichzeitig aber, fühle ich eine geringe Zunahme einer Strömung welche sich um dieses Eiland herum zu drehen scheint.Trotzt bedrohender Angst lasse ich eine solche nicht zu und ich weiß, dass alles in Bewegung gesetzt würde, um nach mir Ausschau zu halten und ich fühle in meinem Innersten, dass Biene in Sicherheit ist.Der Rettungsmann an unserem Strand ist sicher bereits informiert und diese Leute der Rettungsorganisation kennen ja ihre Insel und das Meer in jeder Situation. Demnach wissen sie genau wie sie vorzugehen haben und in welchen Bereichen sie mich finden können!Ich habe keine Ahnung wie weit die Zeit fortgeschritten ist, sehe aber auf Grund des Sonnenstandes, dass es noch früher Nachmittag sein muss.Wir waren ja auch bereits gegen 12 Uhr am Strand und so viel Zeit kann seither nicht vergangen sein.Nicht nachlassen und meinen Stiel schwimmen, sage ich mir und weiß auch, dass ich diesen über längere Zeit durchhalten kann, ohne zu ermüden, und die Wassertemperatur hilft mir dabei, nicht auszukühlen.Nun erinnere ich mich auch wieder an eine Schwimminstruktion, welche ich an einem Flusswettkampf im Vortraining erhalten hatte, wo der Instruktor geraten hatte: in einem Fluss oder einer Strömung immer den geringsten Weg zum Ufer zu suchen und dieser sei immer mit dem Wasser, in einem kleinen Winkel, zum Land zu schwimmen. Dadurch würde zwar der Weg zum Ufer etwas weiter, die Kraft, um dieses zu erreichen, jedoch um ein Vielfaches länger ausreichen, als wenn man stets versuchte, dieses direkt zu erreichen.Interessant, wie solche, beiläufigen Informationen, zu einem bestimmten Zeitpunkt wieder aufbrechen können und so Sinn bekommen.So gehe ich dazu über einen etwas östlich gelegenen ‚Anlegepunkt‘ bei der Insel anzupeilen und halte meinen Schwimmstiel in dem Tempo bei, bei dem ich mich nicht überbeansprucht fühle.Tatsächlich kann oder muss ich feststellen, dass unser Startort ziemlich weit nach links abgewandert ist, ich aber andererseits vor mir zu meiner Rechten eine Landzunge mit einer größeren Bebauung erkenne, welche ich in meinem Schwimmtempo sicher zu erreichen in der Lage sein sollte!Keine Ahnung wie dieser Ort heißen sollte, doch für mich bedeutet er einfach Land!Es mögen vielleicht noch drei- bis vierhundert Meter sein, eventuell etwas mehr, aber die Nähe gibt mir neue Kräfte und es fühlt sich, als ob mich etwas von hinten anschieben würde. In Wahrheit müsste es jedoch darauf zurückzuführen sein, dass die Strömung gegen die Bucht und nicht mehr aus dieser heraustreibt. So muss ich demnach bestrebt sein, diese Hilfe auszunützen und gegen den Hafen zu halten.Das scheint mir in der Tat zu gelingen und unversehens treibt es mich wie auf einer Wolke, gleich einem Blatt, erkennbar auf einen grünen Landbereich zu, wo ich ohne noch eine richtige Erinnerung an das Erlebte zu haben, auf einer etwas kiesigen Strandbank abgesetzt werde!Mit unkontrollierbaren letzten Kräften krieche ich zum Gras und………….2.5 Wieder auf der WeltDa liege ich - als ich die Augen aufschlage in einem grünen Feld. Nichts als Grün - Grün und wilde Blumen, als ob ich im Himmel wäre. Aber gibt es dort solche Wiesen wie auf der Erde?Was tue ich hier?Wie komme ich hierher?Was soll ich hier?Eine plötzliche Unruhe beginnt mich zu erfassen und Angst, ich müsste um mein Leben rennen - aber meine Beine bewegen sich nicht - meine Arme gehorchen meinem Willen nicht - oder ist es mein Wille, welcher mir seine Dienste versagt?Ich bin nicht in der Lage eine Entscheidung zu treffen. Das einzige was, ich fühle, ist Kühle. Es ist nicht Kälte, aber es fühlt sich so an, als ob ich auf einem Strohbett liegen würde und gerade mit kühlem Wasser übergossen worden wäre.Dabei sind wir doch eben noch am schön warmen Strand gelegen und ……… aber da stimmt doch irgendwas nicht!Das Sandbett fühlt sich so ‚halmig‘ an.- Die Umgebung ist nicht sandbraun und :Wooooo ist Biene?Wo ist hier überhaupt jemand?Ein Schnauben! Ein Stampfen!! Ein Schütteln!Hinter mir. Ich lege meinen Kopf in der Nacken: und -- AAAUUUGGEEN und HÖRNER starren mich an, als ob ich ein Gespenst aus tiefstem Sümpfen versunken!Jetzt sind meine Sinne komplett in den tiefsten Sümpfen versunken!Ich bin noch immer wie gelähmt und kann meine Glieder nicht bewegen. Wie paralysiert erkenne ich meine Situation: ausgeliefert jedem Einfluss und total unfähig mich auszudrücken. Ich realisiere zwar inzwischen, dass es sich um eine Art Kuh handeln müsse welche, mich so verwundert angestarrt hat und die sich inzwischen neben mich gelegt hat, als ob sie mir Wärme spenden müsste. Aber wenn ich versuche einen Fluch auszustoßen, gelingt dies mir nicht.So sei es, ergebe ich mich und verfalle in eine Lethargie!ALLO!!!! -- ALLO!!!! …… ertönt es plötzlich an meinen Ohren und ich werde an der Schulter gerüttelt.‚Amrodos modaldres‘, oder ähnlich, einfach unverständlich tönt es weiter und ein Wesen mit langem Bart und einem zerknitterten Hut, einer abgeschabten Weste, Fransenhose und mit erdigen Schuhen bückt sich neben mich nieder und spricht laufend auf mich ein.Ich bin nur in der Lage leicht mit einer Achsel zu zucken und anscheinend lässt er mich dann hier liegen.Es beginnt nun Verzweiflung in mir hochzukommen und langsam kehren auch wieder einige Bruchstücke meiner Vergangenheit in meinem Gedächtnis auf.So fällt mir ein, dass ich mit Biene - wer ist Biene? - von zuhause weggegangen bin und wir …. aber dann hört es auch schon wieder auf. - Einfach nichts mehr!Wer bin ich denn? - Wo komme ich her?Worte kommen auf mich zu, aber ich kann sie nicht verstehen. Warum sprechen alle plötzlich so eine Sprache, die ich nicht verstehen kann?Son turistico? – Spoken English, French, Russian, Italian, Deutsch….Hallo - Deutsch entwischt es urplötzlich meinem Munde und ich sehe im Gesicht über mir ein freudiges Lächeln!Gut, wir werden sofort Hilfe bringen!Habe keine Angst, Auto sein unterwegs.Ich werde in Decken gepackt und lieblich umsorgt und nach einiger Zeit höre ich von Weitem ein Rettungsfahrzeug mit Horn kommen und bin für den Moment beruhigt, denn Aufklärung naht hoffentlich!

30.4.16 08:28, kommentieren